Die „big four“ – Ein Faktencheck der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Sie waren im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder in Skandale verwickelt. Letztes Jahr noch sorgte einer von ihnen für den weltweit bekannten Skandal rund um Wirecard. Aber selbstverständlich steckt hinter ihnen auch viel Wissen und Geschick. Die Rede ist von den „big four“. Sie sind die Elite der Wirtschaftsprüfer. Zu ihnen zählen Deloitte, PwC, Ernst & Young und KPMG. In diesem Beitrag geben wir dir einen Überblick über die Fakten der vier größten Wirtschaftsprüfer der Welt.

Platz 4: KPMG

Den vierten Platz in unserem Faktencheck übernimmt KPMG. Allein in Deutschland verzeichnet die Gesellschaft rund 3000 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, in denen 14.650 Wirtschaftsprüfer tätig sind. Weltweit sind es sogar noch um ein Vielfaches mehr. Insgesamt verzeichnet die Gesellschaft 220.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn man alle Einnahmen der weltweiten Standorte summiert, kommt man auf einen gewaltigen Umsatz von fast 30 Milliarden US-Dollar. Neben der Wirtschaftsprüfung betreut KPMG seine Mandanten auch im Rahmen der Steuerberatung. Im Zuge des Wirecardskandals musste sich KPMG als Sonderprüfer einige Vorwürfe gefallen lassen.

Platz 3: Ernst & Young

Das nächstgrößere Unternehmen ist die 1989 gegründete Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Zwar beschäftigt sie in Deutschland mit knapp 11.000 Mitarbeitern wesentlich weniger Menschen als KPMG, Sie kommt allerdings weltweit auf fast 300.000 Mitarbeiter. Alle zusammen erwirtschaften einen Umsatz von 36 Millionen US-Dollar. Ernst & Young war im Jahr 2008 in den Skandal rund um die Insolvenz von Lehman Brothers verwickelt. Zuletzt sorge EY erneut im Rahmen des Wirecardskandals für Schlagzeilen.

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Platz 2: PricewaterhouceCoopers

Die Silbermedaille sichert sich PwC mit seinen deutschlandweit rund 15.000 Wirtschaftsprüfern. Sie sorgen allein in Deutschland für einen Umsatz in Höhe von knapp 33 Milliarden Euro. Weltweit sind es sogar 43 Milliarden US-Dollar. Somit liegt der Fokus von PwC auf Deutschland. Neben der Wirtschaftsprüfung legt der Konzern auch einen Schwerpunkt auf die Steuerberatung. In diesem Segment sind in Deutschland circa 90.000 Steuerberater angestellt. Selbst eine eigene Rechtsgesellschaft zählt PwC zu seinen Tochtergesellschaften. Auch hier sorgten in der Vergangenheit einige Skandale in der Presse für Aufsehen. So zum Beispiel der Fall der Hypo Real Estate, in welcher bei einer Ausgliederung einer Konzerntochter Fehlbuchungen in Höhe von 55 Milliarden Euro als fehlerfrei testiert wurden.

Platz 1: Deloitte

Die ungeschlagene Nummer eins ist der Wirtschaftsprüfungskonzern Deloitte. Sie besteht schon seit sage und schreibe über 150 Jahren. Nicht zu Unrecht ist Deloitte deswegen die größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Welt und zählt als Spitze der „big four“. Mit ihren weltweit rund 330.000 Mitarbeitern ist sie auch in diesem Punkt an der ungeschlagenen Poleposition. Durch die Größe von Deloitte ist auch der enorme Umsatz in Höhe von 47,6 Milliarden US-Dollar entstanden. Deloitte musste sich im Jahr 2004 heftigen Vorwürfen in Verbindung mit dem Geldwäscheskandal des Parmalat-Konzerns entgegenstellen.

Fazit

Auch wenn in den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt nicht immer alles gerade läuft, so bringen sie dennoch eine große Menge an Wissen und Gestaltungsstrategien mit sich, um die Mandanten so gut wie möglich zu unterstützen. Ebenso gilt hier, wie in jeder anderen Branche auch das Sprichwort „Wo gehobelt wird, fallen Späne“. Man sollte sich demnach nicht nur von den Skandalen der „big four“, sondern viel eher von den Erfolgen der Gesellschaften leiten lassen.