Fieberträume: Was sind sie und wie entstehen sie?

In den allermeisten Fällen beenden wir unseren Alltag mit dem Zubettgehen und dem darauffolgenden, meist langersehnten Schlaf. Denn dieser ist vor allem für die körperliche Leistungsfähigkeit essenziell. Doch auch für das Auskurieren einer Krankheit spielt der Schlaf eine enorm wichtige Rolle. Oftmals wird dafür sogar mehr Schlaf benötigt, als üblicherweise im gesunden Zustand.

Einige Erkrankungen, wie beispielsweise Fieber, bringen nicht selten intensive Traumerlebnisse mit sich. Diese Träume werden Fieberträume genannt. Was es genau mit diesen Träumen auf sich hat und wie sie entstehen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

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Was passiert mit dem Körper bei Fieber?

Im Normalfall wird die Körpertemperatur im gesunden Zustand nicht höher als 37 Grad Celsius. Wird der Körper jedoch unglücklicherweise von einem Virus befallen, aktiviert das Immunsystem die Abwehrzellen, um die Erreger zu bekämpfen und unschädlich zu machen. Gleichzeitig sendet es bestimmte Botenstoffe aus, die den Fieberprozess im Gehirn auslösen.

Diese heißen Interleukin 1 und Interleukin 6. Durch diese Botenstoffe nimmt das Gehirn an, dass die Körpertemperatur zu niedrig ist und der Körper erhitzt werden muss. Die sogenannte Soll-Temperatur wird somit nach oben gestuft, wodurch das Gehirn dann beispielsweise 40 Grad Celsius Körpertemperatur als angemessen empfindet (leichtes Fieber beginnt bei 38,5 Grad Celsius).

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Warum entstehen Fieberträume?

Aufgrund der zahlreichen Abwehrreaktionen, die der Körper bei Erkrankungen bewältigen muss, ermüdet er ziemlich schnell. Denn zu Genesen ist mühsam und kostet Unmengen an Energie, die durch zusätzlichen Schlaf regeneriert werden muss. Ist man gesund, finden zwei Schlafphasen nachts im regelmäßigen Wechsel statt. Genauer gesagt wechseln sich die aktiven Phasen (REM-Phasen) und die inaktiven Phasen (Tiefschlafphasen) in der Nacht mehrmals ab. Die REM-Phasen (REM: Rapid Eye Movement) sind die Momente in der Nacht, in denen wir träumen. 

Erkrankt man nun an Fieber, wird dieser Wechsel im Schlaf unregelmäßiger: Die Botenstoffe Interleukin 1 und 6 beeinflussen aktiv die Schlafzentren im Gehirn – der Anteil der REM-Schlafphasen nimmt zu. Dies sorgt dafür, dass das Gehirn länger aktiv ist und man intensiver sowie häufiger träumt. Am Höhepunkt des Fiebers ist das Ruhebedürfnis und die körperliche Belastung so groß, dass der Körper zu gestresst ist, um richtig herunterzufahren und zur Ruhe zu kommen. Dadurch, dass man das Stadium des Tiefschlafs nicht erreicht, vermischen sich Erinnerungen mit unterbewussten Gedanken und äußern sich demzufolge als Fiebertraum. Die meisten nehmen diese oft als sehr verwirrend wahr.

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Bei einem Fiebertraum handelt es sich um ein nicht zu vergessendes Ereignis im Schlaf, das mit der Erhöhung der Körpertemperatur in Verbindung gebracht wird. Wie alle anderen Träume auch, kann der Fiebertraum sowohl positive wie negative Erlebnisse beinhalten, als auch logisch beziehungsweise schlüssig sowie vollkommen sinnlos sein. 

Lediglich die Wahrnehmung an sich ist meist intensiver und ausgeprägter. Im Regelfall verschwinden diese nach der Genesung jedoch sofort wieder, weswegen es langfristig gesehen keinen Grund zur Besorgnis gibt!