Die richtige Berechnung der Gewerbesteuer

Jeder Mensch zahlt Steuern. Nahezu jedes Gut und jede Leistung, die wir beziehen, sind mit ihnen belegt. Sei es die Mehrwertsteuer beim Kauf von Lebensmitteln, die Grunderwerbsteuer beim Kauf vom Eigenheim oder die Energiesteuer beim Stromlieferant. In diesem Beitrag wollen wir Dir einen Einblick in die Gewerbesteuer ermöglichen.

Definition

Wie es der Name bereits sagt, zielt die Gewerbesteuer gezielt auf eben dieses Gewerbe ab. Was Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind, ist in § 15 EStG geregelt. Kurz gesagt sind alle Einkünfte aus einem gewerblichen Unternehmen als Einkünfte aus Gewerbebetrieb einzuordnen. Damit geht im Folgenden auch die Gewerbesteuer einher.

Berechnungsgrundlage

Ganz so einfach wie die Berechnung der Mehrwertsteuer ist es bei der Gewerbesteuer nicht. Grundlage für die Berechnung der Steuer ist der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb. Im nächsten Schritt gibt es eine Reihe von Hinzurechnungen und Kürzungen, welche eine Art Fairnessfunktion darstellen soll. Vor der Gewerbesteuer sollen alle Arten von Unternehmen so gleichgestellt wie möglich sein.

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Hinzurechnung

Der wohl häufigste Hinzurechnungsposten sind die Miet- und Pachtzahlungen. Hierbei wird für jedes Objekt ein Zinsanteil gesetzlich vorgegeben. Für unbewegliche Wirtschaftsgüter, also etwa Grundstücke, gilt ein Zinsanteil von 50 Prozent. Zahlt ein Gewerbebetrieb demnach 10.000€ im Jahr an Pacht für ein Grundstück, so sind 5.000€ bei der Gewerbesteuer hinzuzurechnen. Die Gewerbesteuerzahllast steigt also an. Für unbewegliche Wirtschaftsgüter wie zum Beispiel Autos zählt ein Zinsanteil von 20 Prozent. Einen Sonderfall stellen hierbei Elektroautos und Fahrräder dar. Diese Art von Wirtschaftsgütern möchte der Gesetzgeber fördern und halbiert dafür den Hinzurechnungsanteil. So müssen nur noch 10 Prozent der Mietzahlungen hinzugerechnet werden. Durch solch eine Hinzurechnung möchte der Gesetzgeber verhindern, dass sich Unternehmen durch Ihre Mietzahlungen vor der Steuer besserstellen als Käufer von Wirtschaftsgütern. Von all diesen Hinzurechnungsfaktoren wird ein Viertel des Gesamtbetrags final auf den Gewinn aus Gewerbebetrieb angerechnet, soweit sie den Betrag von 200.000€ übersteigen.

Kürzungen

Neben den Hinzurechnungen gibt es aber auch gezielte Steuervergünstigungen wie zum Beispiel Spenden. Diese können von dem Gewinn abgezogen werden. Ebenfalls können bestimmte Anteile des Betriebsvermögens für eine Kürzung sorgen. Hierfür hat der Gesetzgeber einen Anteil in Höhe von 1,2 Prozent vom Einheitswert angesetzt. Des Weiteren können Gewinnausschüttungen von Fremdgesellschaftern den Gewinn entsprechen kürzen.

Freibetrag

Nach allen Hinzurechnungen und Kürzungen gelangt man zum Gewerbeertrag. Von diesem darf im Folgenden noch ein Freibetrag in Höhe von 24.500€ abgezogen werden, um zum gekürzten Gewerbeertrag zu gelangen.

Steuermesszahl und Hebesatz

Nach all diesen Schritten kommt es nun zur Erhebung der Steuer. Auf den gekürzten Gewerbeertrag wird im ersten Schritt die Steuermesszahl von 3,5 Prozent errechnet. Anschließend ist dieser Anteil noch mit einem ortsabhängigen Hebesatz zu verrechnen. Dieser muss laut Gewerbesteuergesetz mindestens 200 Prozent betragen, variiert aber von Region zu Region teils sehr stark. In manchen Gemeinden werden Hebesätze von bis zu 900 Prozent festgesetzt. Dies entspricht einer Multiplikation der Steuermesszahl mit dem Faktor neun. Die Regel stellt allerdings ein Hebesatz um die 400 Prozent dar.

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Es ist geschafft! Die Gewerbesteuer wurde erfolgreich berechnet und man kann sich jetzt einen ungefähren Wert für die Gewerbesteuervorauszahlung errechnen. Sollte man an der ein oder anderen Stelle doch mal Hilfe benötigen, so helfen Steuerberater gerne bei der Berechnung der Gewerbesteuer. Es ist aber bei Weitem kein Hexenwerk, diese selbst zu errechnen.