Das komplexeste Spiel der Welt

Spieltheoretiker sind sich sicher, dass sie das komplexeste Spiel der Welt gefunden haben. Forscher aus verschiedenen Ländern haben ein Spiel auf bestimmte Eigenschaften hin untersucht und denken nun, dass es das komplexeste Spiel der Welt ist.

Welches Spiel ist es denn nun?

Die Rede ist von einem der bekanntesten Kartenspiele im Gaming-Genre: „Magic: The Gathering„. Magic existiert seit mittlerweile 26 Jahren. Es wurde 1993 von Richard Garfield entwickelt.

Magic ist mittlerweile so groß, dass es mit Magic: The Gathering – Arena sein eigenes Onlinespiel besitzt und dass bestimmte Karten aus der Sammlung für rund 100.000 Dollar gehandelt und auch verkauft werden. Rund um das Kartenspiel existieren außerdem auch Bücher und sogar Pen-and-Paper-Adaptionen, die auf Magic aufbauen. Pen-and-Paper-Adaptionen sind in diesem fall, Text Spiele die in der Welt von Magic spielen.

Zu Magic finden auch regelmäßig weltweit Turniere statt, die alle sehr strenge Regeln mit harten Strafen bei Vergehen haben. Nun können sich die Spieler auch noch damit rühmen, das komplexeste Spiel der Welt zu spielen. Jeder Spieler beginnt mit 20 Lebenspunkten, um zu gewinnen müssen die Lebenspunkte des Gegners auf 0 gebracht werden.

Warum ist Magic denn so Komplex?

Der größte Grund für die Komplexität des Spiels ist die Möglichkeit an Spielzügen, die durch die Größe der möglichen Sammlung bestimmt wird.

Magic besitzt laut der Seite deckbox.org mittlerweile fast 20.000 einzigartige Karten. Diese sind unterteilt in fünf Grundfarben (mit einigen Spezialfällen) und mehrere Arten.

  • Kreaturen und Artefakte
  • verschiedene Zauber
  • Mana (Länder)
  • Planeswalker
Bildquelle: Foto von Ryan Quintal via Unsplash

Was Magic so komplex macht, sind die Möglichkeiten, die durch die Effekte der Karten auftauchen. Viele Karten besitzen Fähigkeiten, die das Spiel verändern und damit zu immer neuen Entscheidungen führen, die getroffen werden müssen.

Anhand welches Verfahrens wurde die Komplexität errechnet?

Der unabhängige Forscher Alex Churchill aus Cambridge sowie die Forscher Stella Biderman aus Atlanta und Austin Herric aus Philadelphia sind dem Spiel auf den Grund gegangen.

Sie haben eine möglichst direkte Spielsituation erschaffen, in der beide Spieler durch Effekte zu bestimmten Zügen gezwungen sind und beide Spieler kurz vor Sieg oder Niederlage stehen. Die möglichen Züge haben sie dann durch eine sogenannte „Turingmaschine“ simuliert.

Eine Turingmaschine ist ein Modell, das Algorithmen simuliert, um deren Berechenbarkeit festzustellen. Einfach gesagt haben die Forscher versucht, herauszufinden, ob ein Computer den Ausgang einer Runde in Magic vorhersagen kann.

Bildquelle: Foto von Wayne Low via Unsplash

Das macht die Komplexität von Magic aus

Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Magic nicht immer durch einen Computer berechnet werden kann. Die Möglichkeiten sind zu vielfältig, als dass jede Runde einen eindeutigen Ausgang hat.

Tatsächlich ist es so, dass in echten Magic-Spielen die Situation auftreten kann, dass sich Züge immer wieder und endlos wiederholen. In einem solchen Fall endet die Runde unentschieden. Für einen Computer bedeutet das aber kein eindeutiges Ergebnis, wie es etwa beim Schach durch die Berechnung endlich vieler Züge möglich wäre. Magic ist das erste Spiel, in dem eine Gewinnstrategie nicht eindeutig berechenbar ist.

Besonders der Umstand, dass das Spiel während einer Runde “programmiert” werden kann, mache den Maschinen die Berechnung so schwer. Effekte, die während des Spiels ohnehin schon die Bedingungen ändern, können etwa durch Karten wie “Künstliche Entwicklung” noch einmal verändert werden.

Bildquelle: Foto von magic the gathering via seeklogo.com

Das Ergebnis hängt maßgeblich davon ab, welche Kreaturen sich im Spiel befinden und in welcher Reihenfolge Karten gezogen werden. Die Erkenntnis der Wissenschaftler geht aber dadurch noch weiter. Biderman erklärt dazu: „Wählt man sein liebstes Matheproblem aus, kann man durch geeignete Wahl der Karten eine Magic-Spielsituation kreieren, die dieses Problem berechnet.

Es ist zwar aufwendig aber möglich und zeigt, dass Magic komplexer ist, als ein Computer berechnen kann. Es sei sogar komplexer als man bisher angenommen habe, was überhaupt möglich sei und erfordert nun weitere Forschungen in diesem Bereich. Wer hätte gedacht, dass Magic wirklich so komplex ist und selbst Computer an der vollständigen Berechnung scheitern?

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