Ein exklusives Interview mit Jonas Nagel

Guten Tag, liebe pipeline-Community. Wir haben heute einen sehr interessanten Gast: Jonas Nagel. Einen aufblühenden Geschäftsmann in jungen Jahren, der uns sicherlich interessante Dinge zu erzählen hat. Viel Spaß, los geht’s! 

Hier könnt ihr euch das Interview anhören!

Jonas:
Erst einmal vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Ich bin Jonas Nagel, 22 Jahre alt, komme aus Berlin und lebe auch in Berlin. Ich habe allerdings 14 Jahre in Schweden gelebt und bin dort aufgewachsen. 

Ich würde mich selber als Unternehmer bezeichnen. Ich habe zum Beispiel meine eigene Social-Media-Management und -Marketing-Agentur, aber auch verschiedenste andere Unternehmen in vielen Ebenen.

„Du bist ja noch sehr jung und bist echt früh gestartet. Wie war dein Werdegang und wie sah der Aufbau deines Lebens in jungen Jahren aus?“

Jonas:
Bei mir war es ziemlich unkonventionell. Ich habe nie etwas geplant. Ich wollte zum Beispiel nie Unternehmer werden und wusste nicht einmal, dass es ein Beruf ist. Sondern ich habe immer nur jeden Tag – seitdem ich ein Kind bin – getan, worauf ich Lust habe und spielerisch Sachen gemacht. Daraus haben sich dann passiv Unternehmen und Projekte gebildet. Ursprünglich habe ich zwar schon mit fünf, sechs, sieben Jahren erste Projekte angefangen, aber das wirkliche Geschäftsleben startete mit 13. Da habe ich meine erste Facebook-Seite erstellt. Eine Meme/Sprüche-Seite, welche nach einem Jahr über 25 Millionen Abonnenten hatte.

Ich konnte dann neben der Schule, bis ich 18 war, in verschiedensten Agenturen arbeiten. In der zehnten Klasse sogar in drei Agenturen gleichzeitig. Immer umsonst, weil ich dachte, Kontakte sind besser als Geld; besonders wenn man noch zuhause wohnt. Ich habe mit 18 dann meine Agentur gegründet, die ich bis heute Vollzeit mache. Heute bin ich geschäftsführender Gesellschafter meiner eigenen Agentur, aber auch von drei anderen Unternehmen. 

„Sehr cool! Dann geht es direkt weiter mit deinem Fashion-Label „Spiken“. Das hast du damals mit 14 Jahren gegründet und es wurde viel Wert auf Fairtrade gelegt. Wie kam es zu der Idee und wie setzt du den fairen Handel um?“

Jonas:
Ursprünglich dachte ich damals Fashion ist cool, aber wenn ich mir Fashion kaufe dann gibt es bei jedem Piece immer irgendetwas, was ich auszusetzen habe. Oder wenn es mal keinen Designfehler gibt, dann ist der Handel schlecht oder die Textilien sind schlecht produziert.

Dann habe ich damit angefangen mich selber zu informieren und meine ersten Sachen zu produzieren. Am Anfang habe ich nur T-Shirts bedruckt, aber das hat sich immer weiterentwickelt. Mittlerweile haben wir eine eigene Produktion, die von Grund auf die Schnitte etc. so macht, wie ich es möchte. Die sind dann immer alle vegan- oder Fairtrade-zertifiziert, aber auch umweltfreundlich. 

Ich zahle im Endeffekt genauso viel für ein T-Shirt oder Pulli, als wenn ich in einen Laden gehe, aber bei mir gehen 100 Prozent in die Produktion. Selbst wenn ich nur zwei Pieces bestelle, kann ich mir sicher sein, dass sie sehr hohe Qualität haben, gut produziert sind und vom Design eins zu eins sind, wie ich es möchte.

„Das klingt super. Du warst erst 14 und hattest bereits 25 Millionen Follower. Wie war dieses Gefühl und auch die Verantwortung in den jungen Jahren schon so beliebt zu sein und Erfolg zu haben?“

Jonas:
Ehrlich gesagt war da kein Druck auf mich selber. Damals, 2013, 2014, war Social Media zwar schon groß, aber Instagram war noch nicht richtig das Ding. Follower fand ich persönlich cool, aber selbst meine Freunde in der Schule konnten damit nichts anfangen, dass ich ein paar Millionen Follower hatte.

Es war für mich ein Traum, weil ich hatte dieses Spiel angefangen und wollte immer mehr und mehr Follower, mehr und mehr Likes. Ich habe es immer gezählt, aber ich habe keine krasse Verantwortung gespürt, weil es waren alles Kanäle wo nicht mein Gesicht drin war und es keine politischen oder ähnliche Statements gab, sondern nur Memes und Sprüche. Es war auf jeden Fall eine coole Sache.

„Spulen wir noch ein paar Jahre zurück. Du hast dein erstes Mini Unternehmen mit 6 Jahren gegründet. Was war das für ein Unternehmen und wie bist du auf die Idee gekommen?“   

Jonas:
Als ich fünfeinhalb war, sind wir innerhalb Schweden umgezogen, nach Südschweden von Stockholm. Beim Umzug hat meine Mutter Monopoly gefunden. Ich habe Monopoly faszinierend gefunden. Sie hat es mir beigebracht und danach hat sich immer alles um Geld gedreht. Ich wollte so viel Business machen wie möglich. Egal womit ich gespielt habe, Lego, Playmobil etc., es ging immer darum, Geld zu machen. Geschäft, Business…

Und als ich dann gerade sechs wurde, haben die Kirschen geblüht. Wir hatten zwei Kirschbäume in unserem Garten und ich habe angefangen, die Kirschen zu sammeln. Ich habe Tüten gemacht – in verschiedenen Farben – und habe dann einen Stand an der Hauptstraße eröffnet. Die Kirschen gab es dann in einer kleinen Tüte für 50 Cent und großen Tüte für einen Euro. Es war wie ein Spiel für mich, aber ich habe reelles Geld verdient.

Das hat sich immer weiterentwickelt. Als ich sieben oder acht war, kamen meine Freunde und Nachbarn mit dazu. Diese haben gepflückt, Tüten gemacht und waren so gesehen ein Vertriebsteam und haben bei Häusern geklopft, um die Kirschen zu verkaufen. Dafür haben sie einen Anteil bekommen. Das war meine erste Businessaktivität, ohne zu verstehen, dass es wirklich Business ist. Für mich war es immer nur dieses Zahlenspiel. Ich habe Zahlen geliebt, auch Mathe über alles und es hat einfach Spaß gemacht, da was zu entwickeln.

„Sehr schön. Tolle Geschichte. Du bist ja echt ein Senkrechtstarter und hast früh begonnen. Wo hast du dein ganzes Know-How her? Hast du dir viel übers Internet angeeignet oder wer war dein Mentor?“

Jonas:
Ich muss ehrlich sagen, ich hatte nie wirklich einen Mentor oder Ähnliches. Ich würde es mir wünschen, das fände ich cool, aber das Problem ist, dass ich leider oft einen Interessenkonflikt hatte. Alle, die irgendwann mein Mentor werden, wollten auch direkt mein Kunde werden oder bei mir investieren. Dadurch sind sie nicht ganz objektiv. Das heißt, ich habe mir im Endeffekt alles selber beigebracht.

Natürlich habe ich mal Unterstützungen von meinem Vater, der Familie oder Ähnlichem gekriegt. Da diese aber selber keine Unternehmer sind, haben die natürlich nicht allzu viel Insights. Auch mein Kontakte-Netzwerk habe ich im Endeffekt grundsätzlich selbst aufgebaut. Ich habe super viel gegoogelt, zum Beispiel „Wie geht Unternehmensgründung“ oder „Wie macht man Steuern„. Zusätzlich YouTube-Videos geguckt.

Das hat mir viel gebracht, aber ganz viel Learning by Doing. Besonders im Marketingbereich, wo ich hauptsächlich tätig bin, habe ich jahrelang einfach ausprobiert. Ich habe gesehen, das klappt und das nicht, und habe immer weiter gemacht in verschiedenen Richtungen. Also würde ich sagen, Learning by Doing und googeln bringt am meisten.

„Wie sieht es denn mit Personen, die dich inspiriert haben aus? Ob zum Karrierebeginn oder aktuell, gibt es da Vorbilder oder vielleicht Personen, wo du dir ein bisschen was abgeschaut und gelernt hast?“

Jonas:
Ich muss sagen, ein Vorbild, welches ich schon immer und noch heute habe, ist Mark Zuckerberg. Ich finde ihn extrem inspirierend. Besonders, er macht viele positive Sachen, die er aber nicht nach außen trägt. Die findest du nur, wenn du wirklich recherchierst. Nach außen kommt in der Presse oft nur Negatives über Daten oder Ähnliches, aber was er wirklich im Hintergrund alles macht, statt im teuren Auto zu sitzen, ist wirklich sehr inspirierend.

Natürlich finde ich andere Personen, wie Jeff Bezos oder Bill Gates, super inspirierend. Ich selber hole mir Inspiration von Unternehmern, die ähnlich denken. Weil ich finde, das ist im Endeffekt das Wichtigste. Ich lese viele Bücher. Autobiografien oder Biografien. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel drei, vier Bücher pro Woche gelesen. Heute schaffe ich nicht so viel, da ich mich mit anderen Sachen beschäftige. Aber so habe ich gesehen, die haben alle ein ziemlich ähnliches Mindest und es ist im Endeffekt nicht abnormal.  

Ich dachte oft bei Sachen, die ich mache: „Ich bin der ‚weirde‘, der komische„. Ich habe zum Beispiel noch nie Alkohol getrunken oder bin nie auf Partys gegangen. Natürlich, wenn du zur Schule gehst und all deine Klassenkameraden das tun, denkst du, du bist abnormal und komisch. Solche Bücher oder auch Filme, wie zum Beispiel The Founder, haben mich dann immer wieder inspiriert, dass auch viele andere so sind und habe mir diese als Vorbild genommen. Das ist noch bis heute so.

„Das mit Mark Zuckerberg passt ja sehr gut. Du hast mittlerweile deine eigene Social-Media-Management- und Marketingagentur gegründet. Wie ist es dazu gekommen und gibt es da Verbindungen zu anderen unternehmen?“

Jonas:
Das ist mittlerweile mein Hauptunternehmen. Die Mainment GmbH. Wir sind im Endeffekt eine Social-Media-Management- und Marketingagentur. Hauptfokus sind Prominente. Da haben wir Weltstars im Sport, Schauspiel oder auch Politiker und Ähnliche, die wir betreuen. Aber wir haben da genauso Unternehmen in Deutschland, von Start-ups bis Unternehmen von 10.000 Mitarbeitern. 

Wir machen durch eine disruptive Art und Weise Grow Fracking bei denen. Wir helfen dabei, den Social-Media-Kanal nicht exponentiell die Followeranzahl zum Wachsen zu bringen, weil Follower nicht immer alles sind, sondern die Kanäle aktiv hinzukriegen, damit man viel Engagement kriegt, viele Kommentare und Likes und eine Community aufzubauen. Der Kanal wächst dadurch passiv.

Diese Agentur hat sich aus all meinen Aktivitäten der letzten neun Jahre gemündet. Als ich mit meiner ersten Facebook-Seite angefangen habe, ging es nur um Likes und Follower. Dann habe ich angefangen in Agenturen zu arbeiten. Mit 15, 16, 17 habe ich diese unterstützt. Diese haben mich schnell kontaktiert, nachdem sie sahen, dass ich schnell viele Follower hatte. Irgendwann war der Schritt, eine eigene Agentur zu gründen. Ich wollte nicht Angestellter sein, sondern selbstständig. Diese Agentur hat sich vor allem im letzten Jahr gut skaliert. 

„Wie wichtig ist die eigene persönliche Social-Media-Präsenz für Unternehmer?“

Jonas:
Es kommt immer auf die Unternehmensart, die man hat, an. Bei mir persönlich als Social-Media-Experte, wo ich wirklich viele Unternehmer und Promis betreue, würde man denken, dass mein Social Media perfekt ist. Aber ganz ehrlich, bei mir ist es genau das Gegenteil. Ich hasse es, privat Social Media zu nutzen. Ich bin zwar den ganzen Tag auf Instagram, aber fast nie auf meinem Privatprofil. Meinen letzten Post habe ich circa vor einem Jahr gemacht. Ich poste zwar ab und zu Storys, aber es ist mir im Endeffekt egal.

Das hängt alles mit deinem Branding zusammen. Was verkaufst du und wie musst du dich darstellen. Ich verkaufe Leistungen, die nur für eine sehr bestimmte Zielgruppe verfügbar sind. Würde ich eine professionelle Website haben oder Social Media, könnte ich damit nur mehr verlieren als gewinnen. Ich kann erstens meine Referenzen meistens nicht erwähnen und gleichzeitig würde auch keiner meiner potenziellen Kunden googeln oder mich über Social Media entdecken. Das läuft alles über Empfehlung oder andere Aquise. Würde ich Einzelhandelsprodukte wie Computer oder Coachings anbieten, dann wäre natürlich ein Social-Media-Auftritt super wichtig und relevant.

Für mich ist es das nicht. Ich habe da keinen Spaß dran und es belastet mich eher mehr. Allerdings ist es natürlich für viele Unternehmen super wichtig, um ihre Visionen zu zeigen und Produkte zu verkaufen. Ich glaube, falls ich ein Unternehmer wie Mark Zuckerberg wäre und mich auf sowas fokussieren könnte, würde ich es auch nutzen, um meine Visionen und Ideen herauszutragen.

„Was sind denn deiner Meinung nach die größten Herausforderungen, besonders auch für junge Menschen, die vor einer Unternehmensgründung stehen?“

Besonders in Deutschland gibt es da einige. Insbesondere die informativen Inhalte. Es gibt wenig dazu, was offiziell ist und vom Staat kommt. Ich hatte immer einen „Struggle“ damit. Mache ich steuerlich alles richtig, gründe ich richtig. Es ist ein riesiges bürokratisches Wirrwarr mit Dokumenten und Anträgen. Wenn man dann einen Fehler macht, kommt direkt das Ordnungsamt. Das war bei uns zum Beispiel so. Ich habe von Beginn an eine Steuerberaterin geholt. Ganz ehrlich, im ersten Jahr hat sie den ganzen Gewinn meines Unternehmens gekostet. Ich habe nichts verdient, aber meine Steuerberaterin. Ich wollte, dass die Steuern richtig gemacht sind. Ich habe da auch wiederum Berater, die mir dabei helfen ein Unternehmen zu gründen, dennoch haben wir teils Sachen vergessen wie eine Gerwerbeanmeldung, wenn man eine GmbH macht. Statt, dass dich der Staat unterstützt und dir dabei hilft, bist du immer ein bisschen auf Kriegsfuß, auch wenn du nichts böses willst, aber du vergisst zum Beispiel irgendwas. Das ist leider eine Hürde in Deutschland. Ich weiß, zum Beispiel in England oder den USA kannst du viel schneller und seriöser ein Unternehmen gründen, online. Und du brauchst für eine GmbH nicht so ein großes Startkapital. Ich finde, dass die Herausforderungen für Gründer, egal welchen Alters, wirklich sehr groß sind.

Hast du ein paar Tipps für Junge Gründer, welche du ihnen mit auf den Weg geben kannst?

Es gibt mehrere Sachen an die ich mich immer gehalten habe. Das erste, klingt klischeehaft, aber tu immer was du liebst und worauf du Lust hast. Viele werden dir sagen du musst dich auf eine Sache fokussieren, weil wenn du dich nicht auf eine Sache konzentrierst, dann wirst du damit nicht erfolgreich. Das sagen die meisten, aber ich denke es ist genau das Gegenteil.   Deswegen habe ich auch Unternehmen in jedem Bereich. Egal ob es Möbel, social media oder klamatten sind. Ich bin überall irgendwie vertreten, weil ich am Samstag Lust auf das und am Sonntag Lust auf etwas anderes habe. Anstatt mich da einzuschränken mache ich es einfach. Das hat mir im Endeffekt am meisten gebracht. Wenn du glücklich bist und machst worauf du spontan Lust hast, bist du auch viel produktiver. Der zweite Tipp ist Netzwerk.

Netzwerken ist das wichtigste überhaupt, egal wie viel Geld oder welchen Anschluss und Erfahrung du hast, im Vergleich zu einem richtig guten Netzwerk ist es alles wertlos. Kontakte können dir viel mehr bringen. Damit meine ich nicht, dass man Personen anschreiben soll und ihnen versucht was zu verkaufen. Ich netzwerke den ganzen Tag. Ich versuche den ganzen Tag inspirierende Leute kennenzulernen, aber ohne etwas von ihnen zu verlangen. Das ist das wichtigste, bedingungslos mit ihnen sprechen und sie unterstützen.

Ganz viele Promis oder Unternehmen habe ich jahrelang umsonst geholfen, ohne eine Erwartung etwas zurück zu bekommen. Das bringt mir aber im long term etwas, weil wenn ich gut zu den Leuten bin, wird es positiv zurück kommen.

„Was würdest du sagen ist das Schönste und was auch das negativste an der Selbständigkeit?“

Ich würde sagen, das Schönste ist, dass du eigentlich immer tun kannst, was du möchtest. Du dich an keine Regeln wie Arbeitszeiten und Urlaubstage halten musst. Du kannst meistens von überall arbeiten, was aber auf die Selbständigkeit ankommt. Die Freiheit ist das Schönste. 

Das Negativste oder Unschönste, was auch glaube ich viele Leute belastet, ist die Verantwortung. Du bist 100 Prozent für dich selbst verantwortlich und du kannst viel falsch machen. Ich denke aber, es ist nichts, was einen aufhalten sollte. Selbst wenn man es nicht schafft, kann man immer noch angestellt sein. Eine andere negative Sache ist, dass man im Endeffekt immer arbeitet. Ich brüste mich damit und sehe es so: Ich arbeite nie weil ich immer tue, was ich liebe. Andererseits muss ich aber auch immer arbeiten. Ich muss dann um 23:00 Uhr erreichbar sein, weil sonst der Deal nicht zustande kommt. 

„Wie sieht deine Zukunft aus? Gibt es Projekte auf die wir uns freuen können?“

Ich muss ehrlich sagen, dass ich generell nicht plane. Ich plane meine Zukunft nicht und setze keine großen Ziele. Ich habe ein paar „over-the-top“-Ziele, die groß und unrealistisch sind, aber die sind dafür da, dass ich härter arbeite. Selbst wenn ich nur ein Prozent davon schaffe, ist es schon sehr gut. Konkrete Jahrespläne habe ich nicht.

Das Einzige, was ich derzeit weiß ist, dass ich am liebsten jetzt mein Unternehmen in Deutschland so skalieren kann, dass ich in zwei Jahren ins Ausland ziehen kann. Ich war – bevor Corona begann – sozusagen ein Digital-Nomade. Ich war der einzige Angestellte meiner Agentur und habe von überall gearbeitet. Ich war drei Monate im Jahr im Silicon Valley, in Asien. Genau das habe ich geliebt. Ich wollte nie ein Büro und großes Team, aber dann begann Corona und es hat sich so entwickelt, dass ich nicht nur Zuhause sitzen wollte, weil reisen konnte ich ja auch nicht. Ich habe mir ein Büro geholt und ein Team aufgebaut. Jetzt ist das Ziel, das Team so weiter aufzubauen, dass alles von alleine läuft und ich dann bald viel mehr, eigentlich durchgehend reisen kann. 

„Also siehst du deinen Lebensschwerpunkt in Zukunft gar nicht in Deutschland sondern eher im Ausland/ Skandinavien?“ 

Ich sehe mich eigentlich schon wegziehen. Nicht nach Skandinavien, da habe ich lang genug gelebt, sondern eher etwas südlicheres, asiatisches wie Singapur. 

Generell einfach die Welt erforschen, überall mal drei Monate sein. Vielleicht auch mal wieder in Deutschland, aber ich bin ein Fan vom warmen Wetter. Das kommt vielleicht als Folge davon, wenn man die Kindheit in der Kälte verbracht hat. Danach strebe ich auf jeden Fall. Die Welt sehen und da ich ja noch jung bin, kann ich das bestimmt noch ein paar Jahre machen. 

„Damit wären wir auch schon bei der letzten Frage. Wo siehst du dich in 10 Jahren?“

Ich muss ehrlich sagen, ich hoffe, dass es so weitergeht, wie es gerade läuft. Das wichtigste für mich ist es, dass mein Mindset, meine Mentalität, weiter bestehen bleibt. Das ist mein wichtigstes Gut. Mir ist es egal, ob ich in zehn Jahren super reich bin oder nicht. Ich hoffe aber, dass ich mehrere Wohnorte habe, sehr frei bin und ein großes Team habe, was alles übernimmt, sodass ich mich dann auf neue spannende Projekte fokussieren kann, die ich jetzt noch nicht kenne. Das ist mein wichtigstes Ziel, Freiheit zu haben und jeden Tag machen zu können, was ich will. Ich hoffe, dass das auch in 10 Jahren so sein wird. Nur in einem größeren Stil. 

„Sehr cool! Das klingt alles super interessant. Ich möchte mich im Namen von pipeline ganz herzlich bei dir bedanken. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft. Bleib gesund und mach’s gut!“

Vielen vielen Dank!