Tipps für einen bienenfreundlicheren Garten

Wie der Mehrheit sicherlich bewusst ist, sind viele Arten der Honigbiene vom Aussterben bedroht. Im Jahre 2016 ermittelte der Weltbiodiversitätsrat, dass über 40 Prozent jeglicher Arten stark gefährdet sind. 

Doch, dass durch wenig Aufwand dem Bienensterben einfach entgegengewirkt werden kann, ist einigen von uns vielleicht noch gar nicht so wirklich bewusst. Wir stellen heute in diesem Beitrag einige Tipps vor, wie man dies in die Tat umsetzt.

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Die Auswahl der richtigen Pflanzen – Was soll beachtet werden?

Vor allem ist es wichtig, dass bevorzugt einheimische Pflanzen gewählt werden, denn die Wildbienenarten haben sich an die lokalen Nahrungspflanzen angepasst. Auch ist darauf zu achten, dass bei den Pflanzenarten die Wildform immer der Zuchtform vorgezogen wird. 

Durch die Zucht erhalten die Blüten einen vermehrten Blätterbestand, wodurch den Bienen den Zugang zum Inneren der Blüte verwehrt wird. Einige Zuchtpflanzen besitzen erst gar keinen Nektar oder Pollen, was sie für die Bienen als Nahrung genauso wertlos macht.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass vom Früh- bis zum Spätjahr kontinuierlich verschiedene Pflanzenfamilien mit großen Blütenbeständen blühen. Dadurch können sich die Bienen mit ausreichend Nahrung versorgen.

Wichtige Pflanzenarten für Bienen sind unter anderem:

  • Blumenwiesen mit beispielsweise Hornklee oder Mageriten
  • Heimische Blütenpflanzen wie Kirschen, Weißdorn oder Wildrosen
  • Kreuzblütler wie Gänsekresse, Steinkraut und Weißer Senf
  • Zwiebelgewächse wie Lauch, Wildtulpen oder Zwiebeln
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Gestaltung eines bienenfreundlichen Gartens

Um das sorgenlose Leben der Bienen zu ermöglichen, reichen Nahrungsquellen allein jedoch nicht aus. Um einen geeigneten Wohnraum zu schaffen, benötigen sie zusätzlich ausreichend Nisthilfen – bestenfalls in einem Umkreis von 200 bis 300 Meter Entfernung zu den Futterpflanzen. 

Hierzu bieten sich beispielsweise offene Stellen im Boden, morsches Totholz oder Schneckenhäuser an. Auch sandige Flächen wären geeignete Nistplätze. Diese Plätze sollten sich stets an gut besonnten, trockenen Stellen befinden. Ebenso wichtig für die Bienen sind Baumaterialien wie Erde, kleine Steinchen, Lehm oder Sand, um die Nisthilfen errichten zu können.

Zusätzlich eignet sich das Erbauen einer Kräuterspirale, die mit verschiedenen Gartenkräutern wie Majoran, Salbei und Thymian bepflanzt werden können. Diese Kräuter sind perfekte Nahrungsquellen für die Bienen. Außerdem können die vielen Hohlräume und Ritzen in und an der Kräuterspirale ebenfalls gut als Nistplätze verwendet werden.

Gestaltung eines bienenfreundlichen Balkons

Wer keinen Garten, dafür aber einen Balkon hat, kann dennoch einen guten Beitrag zum Wohle der Bienen leisten. Auch bei Balkonpflanzen ist darauf achtzugeben, dass heimische Wildpflanzen verwendet werden. Dabei ist es wichtig, eine Sortenvielfalt zu schaffen. 

Da viele Wildbienenarten auf nur bestimmte Pflanzenarten spezialisiert sind und somit keine fremde Gattungen anfliegen, ist es ratsam, möglichst viele verschiedene Arten von Pflanzen anzuschaffen. Hierzu sind beispielsweise Glockenblumen, Mageriten und Sonnenblumen, aber auch Lavendel geeignet.

Auch Nisthilfen finden schnell Platz an Balkongeländern oder Fenstersimsen. Sogenannte „Wildbienenhotels“ sind bereits fertig gebaut erhältlich oder lassen sich leicht selbst bauen. 

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Werden all die genannten Aspekte berücksichtigt und angewendet, kann viel zum Erhalt der Lebensräume der Bienen beigetragen werden. 

Zudem lässt sich das Eigenheim mit diesen Tipps leicht verschönern und bringt Leben in den Garten oder auf den Balkon. Und es ist nie zu spät, damit anzufangen!