Ein exklusives Interview mit 43 Babyboys

Willkommen zu dem Interview mit den Rappern von 43 Babyboys. Wir durften sie in ihrem selbst errichteten Aufnahmestudio besuchen und ein paar Fragen über unter anderem ihre Musik und ihren künftigen Werdegang stellen. Dies sind ihre Antworten. Viel Spaß!

Hier könnt ihr euch das Interview anhören!

Chiti:
Yo, was geht ab? Ich bin Chiti von den 43 Babyboys und ich bin Musiker aus Bocholt.

Hafi:
Yo, was geht? Ich bin Hafi und ich bin auch Musiker von den 43 Babyboys.

„Alles klar. 43 Babyboys, schön, dass wir heute hier sein dürfen. Am 26. März hattet ihr den erfolgreichen Release eures ersten Mixtapes „Newborn“. Wie seid ihr denn zur Musik gekommen?“

Hafi: 
Zur Musik gekommen bin ich eigentlich schon recht früh. Ich hatte damals auch mit acht Jahren schon ein Mini-Schlagzeug, aber habe mich nie wirklich damit befasst und konnte eigentlich nie wirklich Schlagzeug spielen. Dann habe ich mit 14, 15 Jahren mal versucht, mich so ein bisschen in Beats rein zu fuchsen. Aber es ist mir auch nicht so gelungen. Und jetzt seit anderthalb Jahren mache ich mit Chiti zusammen Rapmusik.

Chiti:
Ich habe sehr früh schon gemerkt, dass ich Musik anders wahrnehme als die meisten Personen. Zum Beispiel, wie Leute in Parts rein gekommen sind, habe ich immer übel krass gefeiert. Ich meinte immer zu Kollegen: „Ey, guck mal das, guck mal das…“ Mir ist aufgefallen, dass das von den anderen irgendwie nicht so rüber gekommen ist und dass ich das alles irgendwie anders merke. 

Und dann ist es vor anderthalb Jahren dazu gekommen, dass ich gesehen habe, dass Niklas Musik macht. Und da habe ich ihn einfach mal gefragt, ob wir dann auch mal zusammen aufnehmen sollten. Und so ist es dann entstanden. Ich habe früher auch ein paar Mal versucht, auf YouTube Type-Beats ein bisschen zu schreiben, das hat nicht so wirklich funktioniert. Aber sobald ich dann einmal angefangen habe, wirklich richtig anzufangen mit der Musik, habe ich auch wirklich durchgezogen.

„Und wie kamt ihr mit dem Mixtape voran? Wie lange hat das so komplett gedauert, bis ihr alles fertig hattet?“

Chiti:
Also das mit dem Mixtape, mit der EP „Newborn„, hat circa angefangen, seitdem wir hier die Garage, unser neues Studio, aufgebaut haben. Seitdem lief auch irgendwie alles besser. Wir hatten jetzt wirklich einen Raum, wo wir uns wirklich entfalten können, mussten halt nicht mehr im Kinderzimmer bei uns aufnehmen und es kam nach und nach. Also wir haben einen Track gemacht, der war gut. Dann war zwischenzeitlich ein bisschen Ruhe, aber dann kamen wieder Zeiten, wo auf einmal mehrere Tracks gemacht wurden, in kürzerer Zeit. Also ging’s eigentlich ganz gut voran.

„Okay, und wie würdet ihr den Stil beschreiben von euch? Probiert ihr jetzt gerade erst einmal alle Richtungen aus oder geht das schon in eine gewisse Richtung? Wie würde ihr den Stil von euch beschreiben?“

Hafi:
Also eine Stilrichtung jetzt so explizit – also würde ich sagen – haben wir noch nicht so wirklich für uns entdeckt. Allein, weil Musik so facettenreich ist, haben wir auch mega Spaß daran, uns einfach mal auch wirklich so in den Bereichen auszuprobieren, die wir auch persönlich so feiern. Also ich würde sagen, so ein richtiges Genre für uns haben wir eigentlich noch gar nicht entdeckt.

Chiti:
Ich muss auch für mich persönlich sagen, dass ich gar keine Lust habe, wirklich eine Stilrichtungen zu fahren, sondern eigentlich eher Bock habe, diese Musik zu machen, wo ich gerade einfach Bock drauf habe. Wenn ich zum Beispiel irgendwie schlecht drauf bin, mache ich einen traurigen Song. Aber wenn ich gerade irgendwie hyped bin, machen wir dann Schrei-Songs oder ich weiß auch nicht. Es ist auf jeden Fall nicht irgendwie ein Festfahren in irgendetwas. Einfach gucken, was so geht und dann passt das schon.

„Habt ihr irgendwelche Vorbilder, die euch inspirieren, gewisse Teile der Musik auszuprobieren?“

Hafi:
Wen ich immer sehr beeindruckend fand war Roger Troutman von Zapp, weil er eigentlich so ein bisschen in diesen Stil reingebracht hat, damals noch mit – ich weiß es nicht genau, wie man das nennt – wo du am Keyboard diesen Schlauch angeschlossen hast und dann im Mund ganz freaky Töne hast. Und das ist eigentlich so ein bisschen Inspiration für mich, würde ich sagen.

Chiti:
Meine Inspiration ist XXXTentacion. Er ist mein absoluter Lieblingskünstler und ich finde, bei dem kann man auch sehen, wie facettenreich er ist. Er geht wirklich in alle Stilrichtungen und das will ich ja auch irgendwie versuchen mit meiner Musik zu bewegen. Nicht unbedingt nur eine Personengruppe anzusprechen, sondern irgendwie gucken, was für jeden mit dabei zu haben.

„Habt ihr denn irgendwelche Pläne für die Zukunft? Also nach dem Mixtape „Newborn“? Was steht so bei euch an?“

Chiti:
Als nächstes Projekt haben wir erst einmal geplant, dass wir beide unsere Solo-EP’s machen wollen. Da wollen wir erst mal gucken. Wir haben jetzt erstmal nur Sachen zusammen gemacht, dass wir dann unsere eigenen Projekte dann wirklich bearbeiten, um zu gucken, was auch wirklich passiert, wenn wir nur alleine Musik machen. Und ich denke, dass es auch sehr cool sein wird, da wir schon beim Aufnehmen gemerkt haben, dass wir musikalisch anders denken, aber das man dann sieht „Okay, die Solo-EP’s gehen in diese Richtungen, aber wenn wir zusammen Musik machen, harmoniert das einfach trotzdem„. Und ich finde, das wäre nice zu sehen, sobald die Solo-EP’s dann raus sind.

„Seid ihr denn auf der Suche nach einem Label oder wollt ihr später ein eigenes Label gründen? Wie sieht da eure Planung aus?“

Hafi:
Also gezielt ein Label suchen wir momentan eigentlich nicht, allein, weil man dann irgendwelche Verpflichtungen hat und wir uns einfach nur wirklich auf die Musik konzentrieren wollen und nicht irgendwie gezwungen werden wollen, irgendwelche Sachen zu machen. Und wie so ein Fließband zu funktionieren. Einfach jetzt auf Knopfdruck. „Dann und dann muss ein Album stehen“ und „Dann und dann muss das stehen„. Und da haben wir momentan einfach noch keine Lust drauf oder auch generell einfach keine Lust drauf, würde ich sagen.

Chiti:
Ja, genau. Sehe ich genau so.

„Ihr habt es gerade schon einmal erwähnt: Ihr probiert euch sehr viel in der Musik aus. Habt ihr dann auch englische Tracks geplant oder bleibt ihr komplett bei dem deutschen?“

Chiti:
Also wir wollten jetzt erstmal in der deutschen Sprache bleiben. Damit haben wir jetzt ja auch angefangen und deswegen denke ich, dass es keinen Sinn machen würde, dann jetzt auf einmal englische Tracks zu machen. Englische Features in der Zukunft? Klar, gerne. Wir haben jetzt auch auf der EP ein spanisches Feature drauf gemacht und davon sind wir auf jeden Fall nicht abgeneigt.

„Cool. Gehen wir jetzt nochmal ein bisschen mehr ins Detail, was die Musikproduktion angeht: Was benutzt ihr denn da so an Software als auch Hardware?“

Hafi:
Wir benutzen die Software „FL Studio„, da arbeiten wir mit. Ansonsten Hardware haben wir das „Universal Arrow Interface“ und ein ganz normales Rode-Mikrofon.

Chiti:
Ja, das Interface ist sehr gut, weil da können wir Preamp einstellen, können das Realtime-Autotune einstellen und das ist halt sehr kompakt und damit kann man eigentlich perfekt arbeiten.

„Okay, Nice. Wie geht ihr denn dann generell bei euren Vocals vor? Habt ihr da schon Presets fertig gemacht, dass das relativ schnell aus eigener Hand laufen kann? Geht ihr da an externe Leute ran oder macht ihr das alles komplett selber und probiert da selber aus?“

Hafi:
Wir haben so speziell für jeden Presets zusammengebaut, die man pro Track dann immer variieren kann. Aber jetzt so ins kleinste Detail will ich jetzt nicht gehen, weil da hat ja jeder seine Secrets.

„Auf jeden Fall. Produziert ihr dann auch eure eigenen Beats oder kauft ihr die extern ein? Habt ihr da irgendwie vielleicht auch einen Kollegen für abgestellt der letztendlich die Beats produziert?“

Chiti:
Also wir produzieren selber keine Beats. Wir sind jetzt mittlerweile langsam mit Leuten im Gespräch, mit denen wir echt cool sind, die für uns jetzt persönlich Beats machen wollen. Und deswegen denke ich, es ist doch das Beste, wenn wir uns auf unsere Musik dann fokussieren und wir dann für die Beats auch andere Leute haben.

„Kann man auf jeden Fall nachvollziehen. Wie geht ihr denn bei so einem Lied letztendlich vor? Wie entsteht bei euch eine Idee im Kopf und was macht ihr dann daraus?“

Hafi:
Die Idee entsteht meistens, wenn wir zusammen den Beat, hören oder Solo-Projekte gerade anstehen. Und wenn man dann mal alleine den Beat hört, dann starten wir eigentlich jedes Mal mit der Hook. Dann bauen wir die Parts, dementsprechend auf die Hook auf.

Chiti:
Also wir fangen eigentlich immer so an: Wir hören den Beat, merken dann, wir feiern das. Und dann packen wir den Beat in FL Studio rein, suchen uns den Key raus und dann stellen wir uns ans Mic und fangen erst einmal an zu „mumblen“, um so eine Melodie reinzubekommen. Und darum wird dann die Hook gebaut, wie Niklas gesagt hat und dann kommt der Rest. Und wie lange so ein Track geht? Also ich sag mal so ein guter Track ist eigentlich meistens schnell fertig. Also ich weiß nicht. Wir haben etliche Projekte, die wir angefangen haben. Was dann aber wahrscheinlich auch wirklich nie fertiggestellt wird, weil wir haben einfach wirklich gemerkt: Die besten Songs, die wir bis jetzt gemacht haben, wurden wirklich binnen Minuten produziert. 

Also wirklich. Natürlich sitzen wir dann länger im Studio. Wir nehmen dann die Hook auf und dann wird erstmal eine Stunde lang drauf ausgerastet, wie krass sich das anhört. Aber sag ich mal so: Die wirkliche Arbeitszeit ist dann wirklich von der Schreibzeit her ein bis zwei Stunden. Aber natürlich ist es nachher das ganze Abmischen. Das ist das, was dann nachher wirklich die ganze Arbeit mit sich bringt. Aber wenn wir wirklich einen Beat haben, den wir fühlen, dann ist das Ding in ein, zwei Stunden fertig.

„Okay, krass. Habt ihr denn noch Tipps für Anfänger, die jetzt anfangen wollen, Musik zu produzieren oder auch ihre eigene Musik aufzunehmen?“

Hafi:
Ich würde auf jeden Fall sagen, wenn man anfangen sollte, sollte man auf jeden Fall erst mal gar nicht auf andere Meinungen hören, sondern einfach sein eigenes Ding komplett durchziehen. Weil im Endeffekt macht man es ja eigentlich für sich selbst, wenn man das gerade fühlt und nicht irgendjemandem irgendetwas beweisen will. Und deswegen: Wer Bock drauf hat, sollte auf jeden Fall einfach durchstarten. Da gibt’s YouTube-Videos zu, wie man am besten starten sollte mit welchem Equipment. Einfach durchziehen, wenn man Bock hat und anfangen.

„Cool. Könnt ihr denn schon was teasern, was bei euch so in der nächsten Zeit ansteht und was so rauskommen wird?“

Chiti:
Ja, wie schon erwähnt, als nächstes kommen wir die Solo-EP’s von uns beiden. Also da werden wir jetzt auf jeden Fall den Fokus drauf legen und wir werden nicht aufhören, Musik zu produzieren. Wir waren ja jetzt auch länger raus. Seit… Wann haben wir den letzten Track gepostet vor Newborn? Ich glaube September. Und da könnten die Leute vielleicht denken „Okay, da kommt jetzt vielleicht nichts mehr„. Gerade weil wir am Anfang sind. Und viele fangen an, schon früh aufzugeben, aber das ist bei uns einfach nicht der Fall. Wir werden auch einfach weitermachen und die Leute können sich auf neue Projekte von uns freuen.

„Neben euch beiden gibt’s natürlich auch noch weitere Member bei den 43 Babyboys. Ihr habt ja auch ein sehr erfolgreiches Musikvideo schon rausgebracht. Wie habt ihr euch alle untereinander kennengelernt und wen gibt es überhaupt noch bei den 43 Babyboys?“

Hafi:
Chiti und ich kennen uns eigentlich schon echt lange würde ich sagen. Genau weiß ich das gar nicht. Ich würde jetzt mal einfach grob sieben, acht Jahre schätzen. Dann auf ganz blöd waren wir ganz zufällig auf derselben Party. Haben dann ein bisschen gequatscht und so. Also wir kannten uns halt schon. Und dann sind wir irgendwie auf das Thema „Musik“ gekommen. Und dann hab ihm erzählt, dass ich mich auch momentan so ein bisschen ausprobiere im Bereich Musik und ein bisschen aufnehme und so. 

Und Chiti war sofort davon begeistert und meinte: „Ey, schreib mir auf jeden Fall wenn du demnächst mal dort bist. Dann komme ich auf jeden Fall vorbei!“ Und so hat sich das dann ergeben. Dann waren wir zusammen dort bei einem anderen Kollegen, damals noch. Wir haben dort Musik gemacht, aber das hat uns nie wirklich so gefallen und dann haben wir einfach so gequatscht. „Man muss sich einfach selbst die Sachen holen und einfach mal ausprobieren.“ Und so ist das dann entstanden, dass wir dann so zueinander gefunden haben.

Chiti:
Jo, dann kam nach einer Zeit auch noch Adrian ins Team. Er hat einfach mal irgendwann bei uns unter einem Youtube-Video kommentiert und gefragt, ob wir nicht irgendwie ein Video produziert haben möchten. Ich kannte Adrian sowieso auch schon seit sechs Jahren oder so. Wir haben früher eine Zeit, wo wir länger gechillt haben, dann ist ein bisschen Ruhe gekommen. Aber dann fand ich es cool, dass er sich bei uns gemeldet hat. Und dann ist er bei uns ins Team gekommen und wie man sieht: es harmoniert einfach super. Er macht auch größtenteils die Artworks, die Videos ja sowieso komplett. Und ja, das funktioniert einfach super alles mit uns.

Hafi:
Ansonsten haben wir noch Tobi, das ist unser Manager, jetzt seit kurzem, und noch Leon. Er kümmert sich auch um Artwork und ein bisschen im Social Media Bereich. Shoutout an die Beiden! Und so haben wir uns mittlerweile so ein kleines Team aufgebaut und wo auch die drei Jungs so ein bisschen im Hintergrund agieren.

„Das heißt, jeder kann so seine Fähigkeiten einbringen?“

Chiti & Hafi:
Genau, genau.

„Okay, dann bleiben wir auf jeden Fall mal gespannt und beobachten euren Werdegang weiter. Auf jeden Fall ein herzliches Dankeschön für das Interview und wir bleiben gespannt, was man noch alles so in der Zukunft von euch hört.“

Chiti & Hafi:
Ja, gerne. Gerne.


Dies war das Interview mit den 43 Babyboys, Chiti und Hafi. Die Redaktion von Pipeline bedankt sich herzlich für das Interview und wünscht alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!