Flüssiges Gold: 5 erstaunliche Fakten über Honig

Honig ist mit das gesündeste natürliche Nahrungsmittel. Neben der geschmacklichen Vielfalt von insgesamt rund 50 verschiedenen Sorten, bringt er ebenso einige gesundheitliche Vorteile mit sich. Denn Honig ist aufgrund der darin enthaltenden Enzyme von Natur aus antibakteriell und deshalb beispielsweise ein bestens geeigneter Ersatz für Lippenbalsam.

Doch es gibt noch weitere wissenswerte Dinge über „das flüssige Gold“. Wir haben euch deshalb insgesamt fünf dieser interessanten Fakten zusammengefasst.

1. Nur ein Fünftel des konsumierten Honigs in Deutschland ist heimisch

Gerade einmal 20 Prozent des in Deutschland konsumierten Honigs stammen aus deutschen Imkerbetrieben. Die restlichen 80 Prozent kommen aus Süd- und Südosteuropa sowie überwiegend aus Süd- und Mittelamerika.

Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen liegt bei knapp eineinhalb Kilogramm, was uns zu den Spitzenreitern auf diesem Gebiet macht. Die knapp 100.000 Imker mit durchschnittlich sieben Bienenvölkern pro Imker produzieren hierzulande jährlich zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Honig, was etwa 20 bis 40 Kilogramm pro Bienenvolk entspräche.

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2. Honig ist hitze- und lichtempfindlich

Da Honig sehr empfindlich auf Hitze sowie auf Lichteinwirkung reagiert, ist es empfehlenswert, ihn möglichst dunkel und trocken zu lagern. Hierbei sind Temperaturen bis zu maximal 15 Grad Celsius optimal. Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Honig im Kühlschrank aufzubewahren, jedoch verfestigt er sich dadurch. Auch die Aromen entfalten sich erst bei höheren Temperaturen vollständig. Deshalb ist es ratsam, die Umgebungstemperatur nicht unter zehn Grad Celsius fallen zu lassen.

Zu hohe Temperaturen würden wiederum dazu führen, dass viele der wertvollen Inhaltsstoffe (wie beispielsweise Aminosäuren, Enzyme und Vitamine) verloren gehen. Dies geschieht allerdings erst bei Temperaturen über 40 Grad Celsius.

Dem Licht zu lange ausgesetzt zu sein, schadet dem Honig gleichermaßen. Hierdurch würden vor allem die Inhibine, die vorwiegend für das Hemmen des Wachstums von Keimen zuständig sind, zerstört werden. Zu diesen Inhibinen zählen unter anderem die „Flavonoide“, die sich bei uns Menschen positiv auf die Blutgerinnung auswirken.

Honig zählt außerdem zu den hygroskopischen Substanzen, was bedeutet, dass er die Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft entzieht. Dies geschieht selbst bei einem fest verschraubten Deckel. Bei einem zu hohen Feuchtigkeitsgrad würde somit nach einiger Zeit das Gären des Honigs nicht lange auf sich warten lassen.

3. Die Konsistenz hängt von der Zusammensetzung ab

Im Grunde genommen kristallisiert jede Honigsorte nach einer Weile und verfestigt sich somit. Ob der Honig anfangs nun fest oder flüssig ist, hängt jedoch von den darin enthaltenden Anteilen der Fructose (Fruchtzucker) und der Glucose (Traubenzucker) ab. Dabei gilt: Je mehr Fructose im Honig enthalten ist, desto länger dauert der Prozess der Kristallisation. 

So ist zum Beispiel der kräftige und süß-säuerliche Eichenhonig – der übrigens eine echte Rarität in Deutschland ist – sehr flüssig und kristallisiert erst nach einiger Zeit. Der cremige und milde Rapshonig hingegen wird bereits nach wenigen Tagen fest. Dieser ist im Gegensatz zum dunkelbraunen Eichenhonig auffallend hell und wird deshalb oft auch als „weißes Gold“ bezeichnet.

Es ist ebenfalls möglich, die Verfestigung zu verlangsamen. Dafür ist ein bestimmter Rührvorgang eine effektive Methode. Ab einen gewissen Zeitpunkt wird der Honig dabei (meist maschinell) gerührt, wodurch die bereits entstandenen Kristalle erneut aufgebrochen werden. Einige Imker bevorzugen nach wie vor die traditionelle Methode des händischen Rührens, auch wenn diese mit einem größeren Zeitaufwand verbunden ist, da das Endergebnis oftmals vielversprechender ist. Dieser Vorgang sorgt für eine Verlangsamung der Kristallisation und somit für eine cremige Konsistenz.

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4. Ein guter Ertrag benötigt bestimmte Voraussetzungen

Um einen guten Honigertrag gewährleisten zu können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden:

1. Gute Wetterverhältnisse:

Ist es zu kalt, fliegen die Bienen nicht aus. Zudem darf es nicht zu trocken werden, denn sonst „honigen“ beispielsweise Linden oder Raps nicht. Deshalb spielt auch der Regen eine wichtige Rolle. Bestimmte Blüten spenden außerdem fast keinen Nektar, wenn es stark hagelt.

2. Ausreichend Trachtquellen:

Um genügend Honig ernten zu können, benötigen die Bienen zureichend Pflanzen, die das ganze Jahr über hinweg dazu in der Lage sind, Nektar zu produzieren.

3. Herangehensweise des Imkers:

Der Imker selbst kann ebenfalls die Produktion und den Ertrag des Honigs aktiv beeinflussen. Dies erfolgt zum Beispiel, indem er die Bienen nicht schwärmen lässt. Denn oftmals verlieren die Bienen den Schwarm, infolgedessen bringt das abgeschwärmte Volk weniger Honig. Dies tun die Bienen, wenn der Platz im Bienenstock immer weiter abnimmt. Wird es also zu eng, verlässt ein Teil des Bienenstaates – meist tausende von Bienen – zusammen mit der Königin urplötzlich den Stock.

5. Manuka-Honig ist der wertvollste unter den Honigen

Der Teuerste aller Honige entstammt der Südseemyrte (auch Neuseelandmyrte oder Manuka genannt) – einer Blütenpflanze, die ausschließlich in den bergigen Regionen Neuseelands sowie im südöstlichen Teil Australiens beheimatet ist.

Der Honig findet seine Verwendung hauptsächlich in der Medizin zur Wundheilung und in der Kosmetik, beispielsweise in Shampoos oder Anti-Falten-Cremes. Das antibakterielle Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (kurz: MGO) ist im Manuka-Honig in einer sehr hohen Konzentration enthalten und in dieser Form nirgendwo sonst vorzufinden. Genau das ist es, was den Honig so wertvoll macht. Ein einziges Glas kostet dementsprechend rund 90 Euro.

Die Wirkung des Honigs ist wissenschaftlich zwar noch nicht bewiesen, jedoch zeigt die Praxis, dass er entzündungshemmend wirkt und Wunden besser verschließt. Dabei wird der Honig nicht direkt auf die Wunden getragen, sondern in Form eines antiseptisches Pflasters verwendet.

Geschmacklich empfinden ihn viele als speziell und gewöhnungsbedürftig. Er ist nicht so süß, dafür aber intensiver und herber im Nachgeschmack als herkömmlicher Honig. Manche finden, dass er ähnlich wie ein Medikament schmeckt. Da die Pflanze verwandt mit dem Teebaum ist, lässt sich vermuten, dass der leicht bittere Geschmack dieser Pflanzengattung zu verdanken ist.

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Honig ist nicht nur das Erzeugnis und die Nahrung von Bienen, sondern bietet auch anderen Lebewesen erstaunliche Vorteile. Neben dem unverwechselbaren Geschmack ist er zudem sehr gesundheitsfördernd. 

Desweiteren zeigt sich, wie umfangreich das Thema rund um den Honig tatsächlich ist. Deshalb ist es wichtig und mehr als angebracht, den Arbeiten und Mühen aller Imker mit größtem Respekt entgegenzutreten.