Mehr Netto vom Brutto: So holst Du das meiste aus deinem Gehalt raus

Wer kennt es nicht? Im Arbeitsvertrag ist ein stattliches Gehalt festgelegt, doch auf dem Konto kommt nur ein Bruchteil davon an. Dann handelt es sich bei der vertraglich vereinbarten Summe aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Bruttolohn. Dieser beinhaltet keinerlei Abzüge für Steuern und Sozialversicherungen. Der Betrag hingegen, der auf dem Konto ankommt, wird als Nettolohn bezeichnet und fällt meist viel niedriger aus.

In dem folgenden Beitrag zeigen wir Dir, wie du deinen Nettolohn auch ohne Gehaltserhöhung steigern kannst.

Geldwerte Vorteile

Neben dem Bezug von Arbeitslohn gibt es die Möglichkeit, einen sogenannten Geldwerten Vorteil als Vergütung zu erhalten. Dieser kann verschiedenste Formen annehmen. Egal ob es sich um einen Tankgutschein, einen Dienstwagen oder ein Handy handelt. Sachleistungen werden bei der Gehaltsermittlung immer mit ihrem tatsächlichen Wert berücksichtigt. Auch Weiterbildungen und die Kosten für die Kinderbetreuung kann der Arbeitgeber für seinen Angestellten übernehmen. Bei all diesen Leistungen gilt ein steuerlicher Freibetrag von 44 Euro.

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Die Steuererklärung abgeben

Dieser Tipp hört sich schon fast zu einfach an. Tatsächlich ist es möglich, deinen Nettolohn durch den Jahreslohnsteuerausgleich zu erhöhen. Im Durchschnitt erhält jeder Steuerpflichtige auf diese Weise mehr als 1.000 Euro zurück. Der Aufwand lohnt sich also. Wenn Probleme bei der Erstellung der Steuererklärung auftreten, gibt es auch jederzeit die Möglichkeit, diese von einem Steuerberater erstellen zu lassen. Wenn regelmäßig hohe Steuerrückzahlungen erzielt werden, besteht die Möglichkeit, sich einen Freibetrag eintragen zu lassen. Durch die Eintragung des Freibetrags bekommst du beispielsweise bei einer regelmäßigen Steuerrückerstattung von 2.000 Euro monatlich circa 160 Euro mehr ausgezahlt. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass ein eingetragener Freibetrag zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Steuerklasse wechseln

Der nächste Trick richtet sich an alle verheirateten Personen. Es besteht das Wahlrecht, welche Steuerklassenkombination bei den Ehegatten eingetragen wird. Verdient ein Ehepartner wesentlich mehr Geld als der andere, ist es sinnvoll, den Mehrverdiener in Steuerklasse drei und den Geringverdiener in Steuerklasse 5 einzuordnen. Hierbei bekommt das Ehepaar unterm Strich mehr Geld ausgezahlt. Auch bei dieser Methode gilt es zu beachten, dass die Abgabe der Steuererklärung verpflichtend ist. Im Zuge dieser kann es unter Umständen zu hohen Steuernachzahlungen kommen.

Krankenkasse wechseln

Grundsätzlich wird die Krankenkasse anteilig zum eigenen Verdienst bezahlt. Der Basisbeitrag ist also bei jeder Krankenkasse gleich hoch. Unterschiede gibt es allerdings beim Zusatzbeitrag. Dieser wird von den Krankenkassen meist individuell bestimmt. Viele Versicherte nehmen die damit verbundenen Leistungen gar nicht in Anspruch, weshalb sich die Wahl einer Krankenkasse mit niedrigerem Zusatzbeitrag durchaus lohnen kann. Auf diese Weise lässt sich jährlich ein dreistelliger Betrag sparen.

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Aus der Kirche austreten

Viele Deutsche zahlen monatlich immense Beiträge an die Kirchen. Dieser Kostenfaktor lässt sich durch einen Kirchenaustritt meistens vermeiden. In Bayern und Baden-Württemberg zahlt jeder Kirchenangehörige acht Prozent seiner Lohnsteuer zusätzlich an die Kirche. In alles anderen Bundesländern sind es sogar neun Prozent. Dieser Tipp richtet sich deshalb besonders an Personen, die eine hohe Lohnsteuerbelastung haben, da diese wesentlich höhere Beträge an die Kirche zahlen als Geringverdiener, die nur wenig bis keine Lohnsteuer bezahlen müssen. Vielverdiener können durch den Kirchenaustritt vierstellige Geldbeträge im Jahr sparen. Ohne Beitragszahlungen wird es aber wiederum schwer, kirchliche Leistungen wie Trauungen und Taufen in Anspruch zu nehmen. Der Austritt ist aber keine unwiderrufliche Lebensentscheidung. In der Regel ist ein Wiedereintritt in die Kirche jederzeit möglich.

Vielleicht kommt nicht jeder Tipp für einen persönlich in Betracht. Mit dem ein oder anderen Kniff kann aber jeder etwas mehr Nettolohn rausholen. Versuch es doch mal selbst aus. Ich bin mir sicher, dass auch Du deinen Verdienst optimieren kannst.