Einblick in die sieben deutschen Einkunftsarten

Die meisten Menschen auf der Welt haben regelmäßige Einkünfte, die verschiedenste Formen annehmen können. Jedes Land hat dabei seine eigene steuerliche Auffassung der einzelnen Einnahmen. In Deutschland werden die Einnahmen auf sieben Einkunftsarten unterteilt. Die entsprechenden Einnahmen versteuert der Gesetzgeber dann mit den geltenden Steuersätzen. Einnahmen können nicht der Einkommensteuer unterworfen werden, wenn Sie zu keiner dieser Einkunftsarten zählen.

Anhand dieses Artikels erklären wir dir, welche Einkunftsarten es gibt und unter welche Du persönlich fällst.

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Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

Die erste Einkunftsart sollte noch die wenigsten von uns betreffen. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft liegen vor, wenn diese aus der Vieh- oder Pflanzenzucht hervorgehen. Hier gelten die in § 13 EStG geregelten Grenzen. Bei solchen Einkünften gibt es eine Freigrenze von 900 Euro. Unter dieser müssen die Einkünfte nicht der Steuer unterworfen werden.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Unter diese Einkunftsart fallen alle Unternehmen, die am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Sie fallen unter keine andere der Gewinneinkunftsarten. Die Einkünfte werden berechnet, indem die Betriebsausgaben von dessen Einnahmen abgezogen werden. Der übrig bleibende Betrag sind die Gewinneinkünfte, welche dann der Steuer unterworfen werden.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit

Eine weitere Sonderform der Gewinneinkunftsarten sind die Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Im Gegensatz zu den vorherigen Einkunftsarten nehmen Unternehmen hier nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil. Es handelt sich hierbei um freie Berufe wie Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten und viele weitere Berufe. Der Vorteil dieser Einkunftsart liegt darin, dass Sie nicht der Gewerbesteuer unterliegen. Dementsprechend ist die Steuerlast dieser Einkünfte erheblich gemindert.

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Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit

Die meisten Deutschen fallen im Hinblick auf ihre Einkünfte unter diese Einkunftsart. Das Bestehen einer Weisungsgebundenheit und die Erbringungspflicht von Leistungen sind typische Indikatoren für Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit. Sämtliche Löhne und Gehälter, die in Form eines solchen Anstellungsverhältnisses gezahlt werden, sind solche Einkünfte und werden nach Abzug der Werbungskosten versteuert.

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Vereinfacht ausgedrückt sind Einkünfte aus Kapitalvermögen das Entgelt für die Überlassung von Kapital an Dritte. Dazu zählen unter anderem Zinsen, Dividenden und Gewinne aus der Beteiligung am Aktienmarkt. Diese Einkünfte unterliegen anders als bei anderen Einkunftsarten der Abgeltungssteuer. Hierbei werden 25 Prozent der Einkünfte pauschal versteuert. Hinzu kommt noch der jeweilige Anteil vom Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer. Diese Einkunftsart beinhaltet einen Freibetrag, den sogenannten Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro. Es ist möglich, der Bank einen Freistellungsauftrag zu erteilen, damit Sie die Einkünfte erst über diesem Freibetrag der Abgeltungssteuer unterwirft.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Bei der sechsten Einkunftsart handelt es sich um Einkünfte aus der Überlassung von Nutzungsrechten an unbeweglichen Wirtschaftsgütern. Dies kann zum Beispiel eine Mietwohnung oder eine Lagerhalle sein. Auch hier werden sämtliche Einkünfte abzüglich der Werbungskosten der Einkommensteuer unterworfen.

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Sonstige Einkünfte

Die letzte der sieben Einkunftsarten erfasst die sogenannten sonstigen Einkünfte. Einige der Einkünfte, die rein faktisch nicht unter die Einkunftsarten fallen, möchte der Gesetzgeber trotzdem versteuern. Dazu zählen zum Beispiel Renten, private Verkäufe und Unterhaltsleistungen. Auch hier gilt die Versteuerung nach Abzug aller im Verbindung damit stehenden Kosten.

Nun haben wir einen Überblick über die deutschen Einkunftsarten bekommen. Aber was ist mit Vermögenszuwächsen, die unter keine dieser Kategorien fallen? Einfach ausgedrückt: Sie werden nicht im Rahmen der Einkommensteuer berücksichtigt. Hierzu gehören Spiel- und Lotteriegewinne sowie Schenkungen und Erbschaften. Bei Letzteren gibt es allerdings Schenkungs- und Erbschaftssteuern, auf die wir in unseren nächsten Beiträgen genauer eingehen. Auch wenn viele Verstrickungen die Komplexität des Themas Steuern nicht gerade reduzieren, hoffe ich, dass Dir dieser Beitrag geholfen hat, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.