Beitragsreihe: Nachhaltiger leben im eigenen Zuhause – Nachhaltigkeit im Wohnzimmer

Nachhaltigkeit ist aktuell eines der wichtigsten Themen im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Diskurs und wird auch im Alltag der Menschen immer wichtiger. Im Wohn- und Einrichtungsbereich gibt es allerdings ein so großes Angebot an Produkten unzähliger Preiskategorien, dass wir schnell den Überblick verlieren und uns mit einer nachhaltigen Entscheidung schwer tun.

Diese Beitragsreihe widmet sich genau diesem Problem und zeigt dir verschiedene Möglichkeiten, mit denen du dein Zuhause nachhaltiger gestalten kannst. Nachdem wir dir bereits Tipps für eine nachhaltige Einrichtung und einen umweltschonenden Konsum im Badezimmer und in der Küche vorgestellt haben, geht es heute um das Thema Nachhaltigkeit im Wohnzimmer.

Bildquelle: Foto von Alexander Zvir via pexels.

Planung der Einrichtung

Möbel sind der wohl größte Bestandteil des Wohnzimmers und sorgen für einen einzigartigen Look und Charme. Daher wird ihrem Kauf häufig viel Aufmerksamkeit und Zeit gewidmet. In einem ersten Schritt sollte es aber noch nicht darum gehen, welche Möbel für den Kauf in Frage kommen, sondern du solltest dir zunächst Gedanken darüber machen, wie und wo du sie kaufen möchtest. Dabei gibt es im Allgemeinen drei Möglichkeiten: Erstens neue Möbel kaufen, zweitens gebrauchte Möbel kaufen und drittens alte Möbel gemäß des Upcycling-Trends aufpeppen.

Die letzten beiden Varianten sind in der Regel die nachhaltigeren. Beim Upcycling entstehen teilweise sogar komplett neue Stücke mit einzigartigem Design und einer sehr persönlichen Bedeutung. Deshalb stellt diese Methode eine sehr gute und (fast) kostenlose Alternative zum Neukauf dar. Aber auch unter gebrauchten Möbeln lassen sich häufig wahre Schätze finden. Diese reichen von modernen bis zu klassischen Möbeln, was den Vorteil bietet, dass für jeden Geschmack etwas zu finden ist. Gebrauchte Möbel sind vor allem auf Trödelmärkten, in Second Hand-Läden oder auf Online-Plattformen verfügbar und häufig ebenfalls deutlich günstiger als ein Neukauf.

Bildquelle: Foto von thips via unsplash.

Tipp: Nicht nur zum Kauf, sondern auch zum Verkauf, bieten sich diese Methoden an. Wenn du alte Möbelstücke loswerden möchtest, schmeiße sie nicht weg, sondern restauriere sie, verkaufe sie oder spende sie an einen gemeinnützigen Verein.

Möbel kaufen

Viele Menschen freuen sich allerdings auf den Besuch eines Möbelhauses und legen Wert auf neue Möbel. Im Vergleich mit den ersten beiden Varianten ist diese zwar weniger nachhaltig, doch auch hier gibt es Möglichkeiten, auf soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung zu achten. Zertifizierungen, wie das FSC- und das PEFC-Siegel, sind dabei ein guter Orientierungspunkt. Diese Siegel stehen für eine umweltschonende Forstwirtschaft und nachhaltig bewirtschaftete Wälder. Dadurch wird sichergestellt, dass das verwendete Holz nicht auf gerodeten Flächen geschlagen wurde und keine Tropenhölzer verwendet wurden. Diese solltest du beim Kauf von Möbel vermeiden.

Gerade bei neu gekauften Möbeln ist es ärgerlich, wenn diese schnell wieder kaputt gehen. Um sicherzugehen, dass die Möbel möglichst langlebig sind, ist es wichtig, auf qualitativ hochwertige Möbel zu setzen. Außerdem ist es empfehlenswert, keinen aktuellen Trends zu folgen, sondern deinen persönlichen Geschmack zu finden und die Möbel dementsprechend zu wählen. So erfreust du dich deutlich länger an ihnen und läufst weniger Gefahr, nach kurzer Zeit wieder den Drang nach einer neuen Einrichtung zu verspüren.

Bildquelle: Foto von sidekix via unsplash.

Bei einer nachhaltigen Wahl der Möbel spielt auch das Material eine wichtige Rolle. Bereits beim Thema Nachhaltigkeit im Badezimmer haben wir Bambus als nachhaltiges und umweltschonendes Material thematisiert. Auch bei Möbeln ist dieses Material eine gute Lösung – denn es ist hart und flexibel zugleich und bietet sich daher perfekt für die Möbelherstellung an. Bambus ist langlebig und robust, da die Pflanze nicht mit Dünger oder Pestiziden behandelt werden muss, schnell nachwächst und bereits nach wenigen Jahren geerntet werden kann.

Dekoration

Ist die Grundeinrichtung durch die Möbel gegeben, fehlt trotzdem oftmals noch das gewisse Etwas – die Gemütlichkeit. Diese wird in den eigenen vier Wänden häufig durch die Dekoration hergestellt. Im Minimalismus-Trend, der sehr eng mit einem nachhaltigen Lebensstil verknüpft ist, gilt: Weniger ist mehr. Doch auch wenn du lieber etwas mehr Deko besitzt, ist es möglich, dabei nachhaltig vorzugehen.

Bildquelle: Foto von Medhat Ayad via pexels.

Kleine Dekoartikel wie Kerzenständer, Kissen oder Bilderrahmen sind sehr beliebte Accessoires im Wohnzimmer – und das zurecht. Sie verleihen dem Raum oft einen einladenden und gemütlichen Charme und sorgen für einen gewissen Wohlfühlfaktor. Besonders diese kleinen Dekoartikel sind besonders beliebt im Vintage-Look. Daher bietet es sich auch hier an, dich vor allem auf Flohmärkten, in einem Antiquitätenladen oder im Internet umzusehen. Wenn du handwerklich begabt bist, kannst du deine Dekorationsartikel natürlich auch selber herstellen. Das ist die nachhaltigste Variante und gerade bei kleineren Artikeln gar nicht so schwer. Im Internet, beispielsweise auf YouTube, gibt es unzählige Videos, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und Tutorials mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bieten.

Bildquelle: Foto von Michael Burrows via pexels.

Neben den kleineren Dekoartikeln gibt es auch Dekorationen, die etwas mehr Raum einnehmen und in der Anschaffung ebenfalls teurer sind – zum Beispiel Vorhänge. Bei Vorhängen ist es von Bedeutung, dass sie aus Naturfasern bestehen. Dazu gehören zum Beispiel Baumwolle und Leinen. Wenn du dich mit einer Nähmaschine auskennst, kannst du deine gewünschten Stoffe als Meterware besorgen und die Vorhänge selber nähen. So kannst du sowohl auf gute, nachhaltige Produkte setzen und zeitgleich deinen eigenen Geschmack voll und ganz ausleben. Wichtig: Achte auf fair gehandelte Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau.

Beleuchtung

Zuletzt spielt auch die Beleuchtung eine wichtige Rolle, besonders im Wohnzimmer. Denn dadurch werden verschiedene Stimmungen geschaffen. Teure Halogenstrahler sollten allerdings endgültig der Vergangenheit angehören. Stattdessen kann auch durch warmweiße Steh- und Tischlampen oder Lichterketten eine kuschelige Atmosphäre hergestellt werden. Wichtig dabei ist, dass du energiesparende LED-Leuchten verwendest. Dadurch kannst du enorm an Strom sparen und hast damit erneut eine Methode, die sich nicht nur im Hinblick auf das ökologische Gewissen positiv auswirkt, sondern auch auf deinen Geldbeutel.

Bildquelle: Foto von Steve Johnson via pexels.

Nachhaltigkeit im Wohnzimmer lässt sich mit ein paar einfachen Tipps relativ leicht umsetzen. Am nachhaltigsten ist dabei immer die DIY-Variante oder der Kauf von gebrauchten Gegenständen. Aber auch beim Neukauf ist mit der Wahl der richtigen Materialien sowie qualitativer und zertifizierter Möbel ein nachhaltiger Konsum möglich.