5 interessante Fakten über Bienen

Seit Jahrtausenden ist die Honigbiene für uns Menschen von wichtigem Nutzen. Bereits die frühen Jäger bedienten sich am Honig der Bienen ohne eine Art Verschleierung oder anderweitigen Schutz. Denn auch sie entwickelten schon zu damaligen Zeiten eine Vorliebe für süße Nahrung.

Die ersten Bauten für die Gewinnung von Honig stammen aus der Zeit um 3380 v. Chr. und nennen sich “Klotzbeuten”. Diese wurden in Mitteleuropa entdeckt. Dass die Wichtigkeit der Bienen weit über das Sichern von Nahrung hinausgeht und wie erstaunlich sie tatsächlich sind, war den frühen Menschen damals jedoch noch nicht bewusst. Im folgenden Beitrag werden euch fünf interessante Fakten über Honigbienen vorgestellt.

1. Die Pflanzenvielfalt ist von Bienen abhängig

Die überwiegende Mehrheit der Wild- und Nutzpflanzen in Deutschland ist auf die Arbeit der Honigbiene angewiesen. Ohne die Bestäubung würde schon bald ein Großteil dessen zugrunde gehen. Etwa 2.000 bis 3.000 Pflanzenarten sind davon abhängig. Das sind rund 85 Prozent aller Blütenpflanzen in Deutschland.

Doch sie sind nicht nur für die Flora unentbehrlich: Landwirte profitieren ebenfalls von dem Fleiß der Biene. Ohne die Bestäubung wird die Qualität bei einigen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Erdbeeren, Auberginen und Paprikas eingebüßt. Nicht ohne Grund gehört sie nach dem Schwein und dem Rind zur drittwichtigsten Nutztierart in Deutschland.

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2. Bienen besitzen mehr als zwei Augen

Die beiden Augen, die an einer Biene als solche erkennbar sind, nennt man Facettenaugen. Wie bei vielen anderen Gliederfüßern bestehen sie aus einem Komplex aus tausenden Einzelaugen. Jedes dieser Augen hat jeweils eine eigene Linse sowie eine Sinneszelle. Aus den dadurch gewonnenen, einzelnen Sinneseindrücken projiziert das Gehirn ein geschlossenes Bild der Umwelt. Dadurch nimmt die Biene sie allerdings nur fragmentiert wahr.

Außerdem ist sie nicht dazu in der Lage, den roten Anteil des Farbspektrums zu sehen. Dafür kann sie jedoch ultraviolettes Licht erkennen und sieht einige Farben anders, als beispielsweise wir Menschen es tun. So sieht sie zum Beispiel verschiedenste Dinge, die uns gelb erscheinen, in Purpur.

Zudem erfasst die Biene mit ihren Facettenaugen etwa 300 Bilder pro Sekunde, ein Mensch hingegen nur rund 25. Diese hohe zeitliche Auflösung ermöglicht es ihr, sich bewegende Objekte besser wahrzunehmen und erleichtert ihr die Orientierung im Flug.

Doch es gibt noch drei weitere, nur schwer zu entdeckende Augen. Die sogenannten Punktaugen oder Ocellen befinden sich auf der Stirn der Biene, wo sie von vielen Borsten verdeckt werden. Sie sind sehr klein und extrem lichtempfindlich. Vermutlich dienen sie ihr als innere Uhr und als Lichtkompass. Der Stand der Sonne verrät ihr die Richtung, aus der die Einstrahlung herkommt, wodurch sie die Himmelsrichtungen ausmachen kann.

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3. Honig produzieren ist Fleißarbeit

Eine einzelne Arbeitsbiene transportiert pro Flug etwa 0,05 Liter Nektar zu ihrem Stock und besucht dabei rund 25 bis 30 Blüten. Produziert ein Imker also 500 Gramm Honig, braucht es insgesamt etwa 40.000 Flüge dafür, da für 500 Gramm Honig etwa ein Liter Nektar benötigt wird. Für diese Menge legen die Bienen durchschnittlich einen Weg von 120.000 Kilometern hinter sich. Zum Vergleich: Der Umfang des Planeten Erde beträgt 40.075 Kilometer.

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4. Nicht alle Bienen sind fleißig

Die sogenannten Drohnen – die männlichen Bienen – schlafen sehr viel und bedienen sich hin und wieder am Honig. Doch auch sie haben eine Aufgabe zum Wohle des Bienenvolkes. Sie treffen sich an den “Drohnensammelplätzen” in meist bis zu 20 Metern Höhe, wo sie Ausschau nach der Königin auf ihrem Begattungsflug halten.

Wird sie von den Drohnen gesichtet, wird sie in der Regel von jeder einzelnen begattet. Nach diesem Paarungsakt sterben die männlichen Bienen jedoch sofort und fallen zu Boden. Diejenigen, die keine Chance dazu bekommen haben, ihren Beitrag zu leisten und die Königin zu begatten, werden im Herbst aus dem Stock vertrieben.

5. Die Königin sorgt für Harmonie und Erhalt des Volkes

Die Königin selbst ist, wie anzunehmen, das wichtigste Glied des Bienenvolkes. Sie produziert rund 2.500 Eier am Tag und ist in der Lage dazu, bis zu 500.000 Eier in ihrer gesamten Lebenszeit zu legen. Eine Bienenkönigin wird durchschnittlich zwischen zwei und bis zu maximal sechs Jahre alt. Ein vermutlicher Grund dafür ist die Fütterung mit “Gelée royale”, ein Gemisch aus den Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen. 

Außerdem sorgt sie für das Gleichgewicht und die Harmonie innerhalb des Volkes. Mit ihrer Königinnensubstanz, welche ein bestimmtes Pheromon enthält, hemmt sie die Arbeitsbienen in ihrer Geschlechtlichkeit und erzeugt ein Wohlbefinden im gesamten Bienenvolk. So signalisiert sie, dass alles in Ordnung ist und sie sich dort befindet, wo sie gebraucht wird. 

Deshalb fällt es auch in kürzester Zeit auf, wenn sie nicht mehr da ist oder stirbt. Bleiben die Pheromone in der Brutzeit aus, bauen die Arbeiterinnen einige Brutzellen von Arbeiterinnenlarven zu sogenannten Weiselzellen um. Durch das Hinzuführen von Gelée royale ziehen sie neue Königinnen als Ersatz nach. Dieser Vorgang nennt sich “Nachschaffung”.

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Honigbienen beeindrucken nicht nur durch den Honig, den sie erzeugen. Sie geben sich in ihrer gesamten Lebenszeit voll und ganz der Aufrechterhaltung des Insektenstaates hin und tragen damit sogar einen beachtlichen Teil zum Erhalt der Umwelt bei.

Das Sprichwort “Fleißig wie eine Biene” ist von der Bedeutung her also mehr als begründet. Deshalb sollte man nie vergessen, wie wichtig der Schutz und die Erhaltung dieses wundersamen Insekts wirklich ist.