Genrewandel in Online-Games

In diesem Artikel erläutern wir den Wandel der ersten großen genre-spezifischen Games von 1990 bis heute, denn wenn man einen Blick auf den Lauf der meist gespielten Online-Games wirft, sticht etwas heraus.

Stark zu erkennen ist hier, dass im Laufe der Zeit immer ein unterschiedliches Genre eine deutlich höhere Beliebtheit erzielt als andere. Das grundsätzliche Genre änderte sich jedoch alle paar Jahre.

Seit dem Beginn der großen E-Sports Veranstaltungen gab es drei große Genres, die die Gaming-Szene geprägt haben: Die RTS Games, Mobas und die Battleroyal Games.

Der alte Meister: Echtzeitstrategie

Die Echtzeitstrategie markierte den ersten großen, zeitlich begrenzten Trend im E-Sport. Quasi seit Anbeginn der kompetitiven Gaming-Szene markierten RTS-Games (Real Time Strategy Games) die größten E-Sport-Titel der Welt mit Turnieren auf nahezu jedem großen Event.

Starcraft, Warcraft und später Starcraft 2 waren die Königsdisziplinen und unanfechtbar DIE Spiele des E-Sport. In Asien war der Gaming Trend viel stärker ausgeprägt, da dort das Spielen an sich und E-Sports viel angesehener waren als in Europa, wo auch der First Person-Shooter Counter Strike immer mehr an Beliebtheit gewann. Trotzdem war die Echtzeitstrategie der König des E-Sports.

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Alle RTS-Games laufen nach einem gemeinsamen Prinzip ab. Gespielt wird mit einer Sicht von oben auf Einheiten und Truppen des jeweiligen Spielers, einer Karte oder auch „Map“ genannt und anderen Spielern auf der Karte, die ebenfalls Ihre Truppen dirigieren. Ziel ist es, seine Truppen so strategisch wie möglich zu steuern, um die anderen Spieler auf der Karte zu besiegen. Gewonnen hat der Spieler, der die Einheiten und Gebäude aller anderen Spieler zerstört hat.

Die MOBAs stoßen RTS-Games vom Thron

Einige Jahre später kam der Fall für die RTS-Games: Die MOBAS machten dem dominierenden Genre Konkurrenz. Seit 2009 gab es mit League of Legends ein auf der Warcraft 3 Mod „Defense of the Ancients“ aufbauendes, allen zugängliches, kostenloses MOBA. In den kommenden Jahren feierte der Titel einen unfassbaren Aufstieg.

Innerhalb weniger Jahre wurde League of Legends zu einem weltweiten Phänomen und erreichte in jederlei Hinsicht bis dahin unerreichbar geglaubte Spieler- und Zuschauerzahlen. Über acht Millionen einzelne Viewer sahen sich zum Ende der dritten Season an, wie SKT T1 das erste mal Weltmeister wurde.

Zu diesem Zeitpunkt sprossen die MOBA-Titel geradezu aus dem Boden. Valve veröffentlichte Dota 2 und auch Blizzard begann die Arbeit an Heroes of the Storm. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war klar: Die Ära der Echtzeitstrategie ist vorbei, MOBAs sind die neue Macht im E-Sport.

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Besonders das Spiel League of Legends stach so unfassbar heraus, dass es nicht nur die meisten Spieler anzog, sondern auch enorm viele strategische Möglichkeiten bot, das Spiel zu gewinnen und den Gegner zu besiegen. In League of Legends ist das Ziel, den so genannten Nexus des Gegners zu zerstören. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt jeder Spieler einen Champion mit individuellen Fähigkeiten und Angriffen. Gespielt wird fünf vs. fünf und das Spiel erfordert sehr viel Strategie und Wissen. Ganze Acht Jahre hielt sich das Genre MOBA an der Spitze der Online-Games.

Der neuste Trend: Battle Royale

Jeder Gamer hat vermutlich von dem rasanten Aufstieg von PUBG gehört. 2017 war es DAS Spiel des Jahres und das, obwohl es sich bis Jahresende 2017 noch im Early Acess befand. Über drei Millionen gleichzeitige Spieler via Steam konnte der Battle Royale-Hit verzeichnen.

Für einen so jungen, noch nicht fertiggestellten Titel ein geradezu kometenhafter Aufstieg. Dabei steckte es mal ganz nebenbei seit Jahren etablierte Titel wie CS:GO oder eben auch League of Legends in die Tasche. Auch auf Twitch überholte der Titel von Brendan PLAYERUNKNOWN Greene alle Konkurrenten innerhalb kürzester Zeit.

Das nächste Beispiel ist Fortnite. Der arcade-lastige, kostenlose Battle Royale-Hit ist nun an der Reihe und bricht, wie schon PUBG im Jahr zuvor, alle Rekorde. 2018 war es auf Twitch der Dauerbrenner und überholt alteingesessene Titel wie League of Legends, Dota, CS:GO und auch den direkten Konkurrenten PUBG.

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Dazu sei gesagt, dass im Dezember 2017 die europäische EU LCS läuft, also sogar eine Liga zu sehen ist. Trotzdem kommt das seit Jahren etablierte MOBA nicht an Fortnite heran.

Durch den grundsätzlichen Unterschied des Gameplays und den immer größeren Mainstream-Appeal von E-Sports und auch den Spielern selber, werden MOBAS wahrscheinlich immer ein Faktor bleiben. Ganz ähnlich wie die Echtzeitstrategiespiele könnte es allerdings zu einem Randphänomen neben den großen Titeln der Branche verkommen. Wie es weiter geht, ob die Battle Royal Spiele bestehen bleiben und welches DAS nächste Genre sein wird, wird uns die Zukunft zeigen.