Der Schneemann: 5 Fakten über den freundlichen Gesellen des Winters

Seit 2010 gilt der 18. Januar als der Tag zu Ehren des Schneemannes. Dieser wird gefeiert, da er die Menschen unabhängig von politischen oder ethnischen Zugehörigkeiten an die schönen Seiten des Winters erinnert. 

Erfinder dieser “Feierlichkeit” ist der leidenschaftliche Schneefiguren-Sammler Cornelius Grätz, der 1970 in Reutlingen in Deutschland geboren wurde. Passend zu diesem Welttag folgen fünf Fakten über den Schneemann.

1. Erste Illustrationen entstanden im Mittelalter

Die ersten bildlichen Darstellungen des Schneemannes entstammen dem christlichen Gebetbuch “Stundenbuch” aus dem Jahr 1380. Darin zu sehen ist ein kleines, schmelzendes Schneemännchen. Namentlich erwähnt wurde er weitaus später: Der Begriff “Schneemann” fällt erstmals im Werk “Richard II” von William Shakespeare, das 1597 erschienen ist.

Im 18. Jahrhundert erschuf der damalige polnische Kupferstecher Daniel Chodowiecki das erste künstlerische Abbild des Schneemannes. Aufgrund der bedrohlich wirkenden Gestaltung Chodowieckies, zusammen mit der Tatsache, dass der Winter zu dieser Zeit in der Regel mit Not und Elend in Verbindung gebracht wurde, wurde er zunächst als alles andere als freundlich wahrgenommen. Dargestellt wurde er als riesige, grimmige Verkörperung des harten Winters mit einem drohend erhobenen Besen. 

2. Erst seit dem 19. Jahrhundert freundlich

Bildquelle: Foto von Christophe Maertens via unsplash

Seit dem 19. Jahrhundert wird der Winter immer weniger als hart oder elendig empfunden, und so wurden die Dinge, wie der Spaß beim Schlittenfahren oder das Schlittschuhlaufen, vermehrt beim Thema “Winter” in den Vordergrund gestellt. Somit wurde auch die Gestalt und das Aussehen des Schneemannes von Zeit zu Zeit immer freundlicher. 

Schließlich wurde er im Biedermeier – die Zeitspanne vom Ende des Wiener Kongresses bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution in den Ländern des Deutschen Bundes (1815 – 1848) – sogar zu einem beliebten Motiv zur Verzierung von Kinderbüchern.

3. So hoch wie ein Funkmast

Der größte Schneemann steht in Donnersbachwald in Österreich und erreicht eine stolze Höhe von 38,04 Metern. Am 01. Februar 2020 wurde der Koloss namens “Riesi” in der Region Schladming-Dachstein zum stehen gebracht. Insgesamt 40 Tage hat es gedauert, den Rekordbrecher mit einem Gewicht von 800 Tonnen zu errichten.

2008 erbauten die Einwohner von Bethel im US-Bundesstaat Maine die größte Schneedame der Welt, die zu diesem Zeitpunkt als Rekordhalter der größten Schneemänner galt. Sie war 37 Meter hoch und wog circa 6.000 Tonnen. Bestückt wurde sie mit einer roten Mütze und Wimpern aus insgesamt 16 Skiern.

Fun-Fact: Der kleinste Schneemann wurde übrigens 2016 gebaut und ist circa 3 Mikrometer (0,0003 Zentimeter) klein. Er bestand jedoch nicht aus Schnee: Forscher der Western University of Ontario in Kanada formten ihn aus 3 Siliziumdioxid-Kugeln. Seine Augen und sein Lächeln wurden ihm mit einem Ionen-Laser geschenkt, seine Nase sowie seine Arme bestanden aus winzigen Platin-Stäbchen.

4. Schneemann-Tradition in Shiramine

Das japanische Dorf Shiramine hat sich aufgrund seines Schneereichtums zu einem Wintersportgebiet entwickelt. Seit 1990 wird dort außerdem jedes Jahr im Februar das “Schneemann-Fest” gefeiert. Dabei werden die Bewohner des Dorfes jährlich dazu bewegt, einen eigenen Schneemann zu bauen. 

5. Bessere Schneemänner ohne Handschuhe

Bildquelle: Foto von sue hughes via unsplash

Das Bauen des Schneemannes wird durch das Ablegen der Handschuhe vereinfacht. Das Zusammendrücken des Schnees sorgt dafür, dass sich zwischen den Eiskristallen neue Kontaktpunkte bilden. Dadurch, dass der Schnee sich durch Wärme weitaus leichter verdichtet und die Kristallbildung somit effizienter ist, kann der Schneemann durch die Körperwärme besser und präziser gestaltet werden.


Der Schneemann war also nicht immer der lustige Gast, der den Vorgarten mit seinem freundlichen Lächeln an den verschneiten Tagen behütet. Als Personifizierung des kalten und grausamen Winters sorgte er für so manchen Schrecken unter den Menschen  zu damaliger Zeit. 

Heute verbindet er die Menschen jeglicher Kulturen und Herkünfte weltweit – zumindest in Sachen Spaß zum Winter. Zudem soll er durch Darstellungen von Bauten von Schneemännern an untypischen Orten zum Teil sogar an den Klimawandel erinnern. Er verdient sich den Ehrentag am 18. Januar also zurecht!