Zocken mit Bewegung: Hier ist es möglich!

Wenn Videospiele neue Zielgruppen erreichen, liegt die Weiterentwicklung oftmals in dem Aspekt der Bewegung. So holte der Game Boy etwa 1989 die Spieler vom Fernseher weg und bot als erste Handheld-Konsole die Möglichkeit, auch von unterwegs aus zu spielen. Nintendos Wii setzte 2006 zudem voll und ganz auf Bewegungssteuerung. Mit der Wii Remote in der Hand konnten Spieler Schwerter schwingen oder mit einem virtuellen Baseballschläger Bälle durch das Stadion schlagen.

Mit Xbox Kinect und PlayStation Move versuchten auch Nintendos Konkurrenten Bewegung ins Spiel zu bringen. So sollten mehr Menschen angesprochen werden, die generell viel spielen und mit Bewegung im Alltag sonst nicht viel zu tun haben. Tanzmatten, Bongos, Gitarren und allerlei weiteres Zubehör wurden hergestellt. So bemühten sich Hersteller, das Image des bewegungslosen Spielers vorm Fernseher zu verändern.

Der größte Meilenstein in dieser Hinsicht war wohl Pokémon Go. Von 2016 an brachte das Handyspiel tatsächlich Millionen von Spielern dazu, ihr Zuhause zu verlassen, um in freier Wildbahn Pokémon zu fangen.

Ende 2019 erschien mit Ring Fit Adventure zuletzt noch ein veritables Rollenspiel für die Nintendo Switch. Das Spiel steuert sich über ein ringförmiges Fitness-Gadget, mit dem die Spieler ihre Muskeln trainieren. Der Charakter im Spiel entwickelt sich nur dann weiter, wenn auch der Spieler vor dem Bildschirm ins Schwitzen kommt. In diesem Text zeigen wir dir noch ein paar Spiele in denen die Bewegung unverzichtbar ist!

Pokémon Go

Pokémon Go ist ein Spiel für Handheld-Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. In dem Spiel können die Spieler virtuelle Taschenmonster (Pokémon) fangen, entwickeln und in digitalen Kämpfen gegeneinander antreten lassen. Bis Ende 2018 wurde das Spiel über eine Milliarde Mal heruntergeladen.

Pokémon Go wurde vom Softwareunternehmen Niantic für die Betriebssysteme iOS und Android entwickelt. Es ist ein Location-based Game und nutzt eine Spielumgebung auf dem Prinzip der erweiterten Realität (augmented reality). Das Spiel ermittelt durch das Global Positioning System (GPS) und Echtzeit-Lokalisierung die Standortdaten des Spielers und positioniert ihn virtuell auf einer Landkarte, die auf OpenStreetMap-Karten basiert. Das Spiel wird im Empfangsbereich des GPS-Signals, also in der Regel im Freien, gespielt. Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und auffällige Objekte der materiellen Welt werden zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt genutzt und mit einbezogen.

Das Free-to-play-Spiel finanziert sich über In-App-Käufe. Für echtes Geld erwirbt der Spieler virtuelles Spielgeld, sogenannte PokéMünzen. Diese können wiederum gegen verschiedene Gegenstände eingetauscht werden.

Bildquelle: Foto von David Grandmougin via Unsplash.

Kinect

Kinect ist eine Hardware zur Steuerung der Videospielkonsolen Xbox 360 und Xbox One. Sie wird seit Anfang November 2010 verkauft und zusammen mit der Firma PrimeSense von Microsoft entwickelt. Anstatt mittels herkömmlicher Gamepads nutzen Spieler die Software allein durch Körperbewegungen. Diese neue Art der Steuerung wird durch eine Kombination von PrimeSense-Tiefensensor, 3D-Mikrofon, Farbkamera und Software ermöglicht. Durch Bewegungen sowie Sprache wird ein Spiel gesteuert.

Kinect wurde erstmals auf der Spielemesse E3 am 1. Juni 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 14. Juli 2009 kündigte Bill Gates ebenfalls an, diese Technologie auch auf Windows zu portieren. In erster Linie soll es innerhalb des Windows Media Center die Menüauswahl erleichtern.

Bereits am 15. November 2010 gab Microsoft bekannt, dass sich Kinect bereits über eine Million Mal verkauft hat. Nur 15 Tage später bestätigte Microsoft, dass insgesamt zweieinhalb Millionen Kinect abgesetzt wurden.

Bildquelle: Foto von news.xbox.com.

Just Dance

Just Dance ist eine Musik-Tanzspielserie, die von dem Unternehmen Ubisoft für verschiedene Spielkonsolen entwickelt wurde. Der erste Teil mit dem gleichnamigen Titel erschien 2009 exklusiv für die Spielkonsole Wii. Elementarer Bestandteil der Serie ist das Tanzen zu vom Spiel vorgegebenen Rhythmen und Tanzschritten.

In Just Dance versucht der Spieler, alle Bewegungen des On-Screen-Tänzers zu imitieren. Spieler erhalten dann Punkte, je besser die die Vorgaben des Tänzers eingehalten und wie gut sie sich bewegt haben.

Es erfordert dabei nicht nur Ausdauer, sondern bringt dich beim Spielen auch gehörig ins Schwitzen. Man könnte fast sagen: Just Dance ist eine tolle, abwechslungsreiche Alternative zum Cardio-Workout für zuhause.

Bildquelle: Foto von news.xbox.com.

Das waren nun nur einige Beispiele, in denen Bewegung im Gaming umgesetzt wurde. Wie in allen Bereichen forschen Entwickler stetig an neuen Aspekten, die sich verbessern können. So soll es demnach bald soweit gehen, dass Spiele allein mit den Gedanken gesteuert werden können. Wir bleiben dran!