Italienisch: Gibt es die eine Sprache überhaupt?

Ein Blick auf die Landkarte verrät bereits, dass Italien aus 20 Provinzen zusammengesetzt ist. Umso weniger verblüffend ist es, dass es viele Dialekte in dem stiefelförmigen Land gibt. Mit der Gründung des Königreichs Italien im Jahre 1861 wurde das Land nach Römischen Zeiten geeint. Dementsprechend jung ist die einheitliche italienische Sprache. Neben geschichtlichen Einflüssen war ein bekannter florentinischer Philosoph ausschlaggebend für den Durchbruch eines der vielen Dialekte.

Italienisch für Anfänger

Ob Florenz, Rom oder Sizilien – überall wird Italienisch gesprochen, oder? Ja und nein, denn wer sich ein bisschen mit der Sprache befasst, stellt fest, dass die Italiener für die formellen, schriftlichen Kommunikationswege Hochitalienisch und für die informellen, mündlichen Situationen Dialekte verwenden. Für eine Reise nach Italien ein bisschen Italienisch zu lernen, ist also nicht das Gleiche wie für eine Reise nach Italien ein bisschen Sizilianisch zu lernen.

Denn vor allem auf der Insel im Süden unterlag die Sprache der Einwohner vielen Einflüssen. Von Griechen bis hin zu Arabern haben viele Kulten auch in der Sprache ihre Spuren hinterlassen. Und gerade die Dialekte im Süden unterscheiden sich sehr vom Hochitalienischen. Aber woran liegt das?

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Der Einfluss der Florentiner

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Bereits während des Mittelalters, aber vor allem zu Zeit der Renaissance, blühte Florenz zu einer wirtschaftlichen Metropole auf. Und mit dem Wohlstand kam auch kulturelle Entfaltung. So brachte die Region Namen wie Michelangelo, Galileo und Macchiavelli hervor. Letzterer prägte mit seinem Werk „il principe“ nicht nur die Italienischsprachige Literatur, sondern ebnete auch den Weg für eine Dominanz des florentinischen Dialekts. Denn sein Schaffen fand großen Anklang und vereinte damit die Vielfalt der Italienischen Sprachfacetten unter einem Dach.

Die Dialekte konkurrierten für lange Zeit miteinander. Doch das Florentinische setzte sich durch. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde das „Italienisch“ wie man es heute kennt Nationalsprache. Das macht Hochitalienisch zu einer der jüngsten Sprachen.

Italienisch als Weltsprache

Auch wenn die Sprache nur auf Platz 21 der meistgesprochenen Sprachen weltweit ist, hat Italienisch doch einen hohen Stellenwert. Vor allem wenn es um Kultur und Musik geht, glänzt die Sprache mit historischer Bedeutung und Relevanz. Vielleicht besetzt sie auch deshalb Platz 4 auf der Weltrangliste für die am häufigsten gelernte Fremdsprache. Man rechnet mit circa zwei Millionen Menschen, die die Sprache lernen. Auch heute noch bringt der italienische Sprachraum viele kulturelle Schaffer hervor. So wurden sechs italienischen Schriftstellern bisher der Literaturnobelpreis verliehen.

Und: Auch die deutsche Sprache steht unter ihrem Einfluss. So stammen ungefähr sieben Prozent der Wörter aus dem Italienischen. Es fällt zum Beispiel mal ein „ciao“ bei der Verabschiedung. Andere Wörter haben ihren Wort-Ursprung gänzlich in Italien. Man nennt diese Wörter dann „Italinismen“. Der Alarm, das Ambiente, Brutto, Netto – in allen Bereichen des Lebens sind sie zu finden.

Für mehr interessante Fakten über die Sprache, empfehlen wir das folgende Video: