5 häufige Fragen über Albträume

Seit Anbeginn der Zeit ist Schlaf der mit wichtigste Bestandteil zum Überleben jeglicher Lebensformen auf unserem Planeten. Selbst bei Kleinstlebewesen wie Bakterien oder Ähnlichem stellte man fest, dass auch Mikroorganismen in bestimmten Abständen zwischen Aktiv- und Ruhephasen hin und her schwanken. Deshalb wird davon ausgegangen, dass sogar die allerersten Mikroben am Anfang der Evolution Ruhephasen eingehalten haben.

Dass der Schlaf bei uns Menschen von Träumen verschiedenster Art begleitet wird, ist inzwischen kein unbekanntes Phänomen mehr. In der REM-Schlafphase (REM: Rapid Eye Movement) erfahren wir in bis zu zwei Stunden unsere intensivsten Traumerlebnisse. Der Name dieser Schlafphase entstammt unserer sehr schnellen Augenbewegungen während dieser Zeit.

Was wohl aber jedem vertraut sein dürfte, der des Öfteren schon einmal geträumt hat, sind die mit dem jeweiligen Traum verbundenen Emotionen. So wird uns relativ schnell klar, ob wir uns mit dem Geträumten wohl oder sicher fühlen oder es uns doch eher in Angst versetzt oder stresst, wodurch wir aufwachen. Bei Letzterem handelt es sich um sogenannte Albträume (oder auch Alpträume).

Sie treten dabei in den unterschiedlichsten Formen auf und müssen nicht zwangsläufig ausschließlich typische Szenarien beinhalten, wie man sie aus Horrorfilmen kennt. Auch Trauer, Wut, Enttäuschung oder Scham können einen Albtraum als dominierende Emotion kennzeichnen. Doch wieso haben wir überhaupt Albträume? Wodurch entstehen sie? Und was könnten sie in Bezug auf uns und unser Leben bedeuten? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

1. Albtraum – woher kommt der Begriff?

Die Bezeichnung eines solchen Traumes stammt aus der germanischen Mythologie. Sie handelt von dem Alb oder Alp (beide Schreibweisen sind grammatikalisch korrekt): ein tückisches, kobold- oder elfenartiges Fabelwesen, das sich auf die Brust eines Schlafenden setzt und somit in ihm diese schweren und bedrückenden Träume auslöst. Dies würden sie tun, um Angstzustände bei ihren Opfern auszulösen, von denen sie sich wiederum dann ernähren. Heute wird diese Bezeichnung für beklemmende Träume jeglicher Art verwendet.

2. Weshalb träumen wir schlecht?

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Oft sind innere Konflikte, verdrängte Emotionen oder Erfahrungen der Auslöser für das schlechte Träumen. Dinge im Unterbewusstsein versuchen sich durch einen Albtraum im Bewusstsein zu festigen und treten nicht selten in Form von Angst auf. Dies ist vor allem bei traumatischen Erlebnissen der Fall.

Doch auch äußerliche Faktoren wie das Schauen eines Horrorfilmes oder gruselige Bücher führen schnell zu Albträumen. Auf das Unterbewusstsein haben sie nämlich eine verblüffend ähnliche Wirkung wie tatsächlich erlebte Szenerien. Deshalb ist es keine Seltenheit, dass sie sich in der darauffolgenden Nacht bemerkbar machen.

Dennoch wird davon ausgegangen, dass Albträume ebenso eine nützliche Funktion haben: träumt man beispielsweise von bestimmten Stresssituationen, die im Alltag tatsächlich geschehen können, kann man durch die Auseinandersetzung mit dieser Situation im Traum lernen, im echten Leben besser damit umzugehen.

3. Welche Einflüsse wirken sich auf das Traumverhalten aus?

Grundsätzlich gibt es keine handfesten Erklärungen für die Entstehung von Albträumen. Jedoch werden verschiedene Faktoren als mögliche Ursachen für die nächtliche Unruhe angesehen:

  • langwierige Schlaflosigkeit
  • Angstzustände
  • Traumata
  • eine zu geringe Zimmertemperatur
  • übermäßiger Verzehr einer Mahlzeit kurz vor dem Schlafengehen
  • psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen
  • physische Erkrankungen, wie beispielsweise Herzkrankheiten
  • Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva und starke Schmerz- oder Narkosemittel
  • der Entzug von Alkohol bei Abhängigkeit
  • andere Drogen wie beispielsweise Kokain

4. Wer wird von Albträumen geplagt?

Schätzungsweise durchlebt jedes zweite Kind zwischen zwei und zehn Jahren mindestens ein Mal einen Albtraum. Üblicherweise stehen diese bei Kindern häufig mit Ängstlichkeit in Verbindung. Bei Erwachsenen sind im Regelfall akute psychische Belastungen die Auslöser für Albträume. Auch wenn Erwachsene deutlich weniger schlecht Träumen, gibt es Fälle, in denen Albträume zur Regelmäßigkeit werden.

Etwa fünf Prozent der Deutschen leiden darunter, wobei Frauen davon häufiger als Männer betroffen sind. Man geht davon aus, dass dies an den starken hormonellen Schwankungen im weiblichen Organismus liegen könnte. Hinzu kommt, dass Frauen familiär- oder gesundheitsbedingte Sorgen stärker zusetzen als Männern. Diese zeigen sich in ihren Träumen dann in Form von negativen Emotionen oder zwischenmenschlichen Konfliktsituationen.

5. Welche Situationen spiegeln sich in den Träumen wieder?

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Bereits vor über 4.000 Jahren begannen die Menschen damit, ihre Träume aufzuschreiben und dessen Geschehnisse zu analysieren. So wollten sie einen tieferen Sinn hinter den Träumen verstehen. Diese Art von Praktik nennt sich Traumdeuten. Die moderne Technik der Traumdeutung geht auf den österreichischen Arzt Sigmund Freud zurück, der das Deuten des Traumgeschehens zum Verständnis des Unterbewusstseins und dessen Erlebnisweisen anwendete.

Einige Albträume weisen ähnliche Abläufe und Schemata auf, die auf bestimmte Sorgen oder Ängste, die man im Alltag erlebt, hinweisen. Nachfolgend werden drei von ihnen aufgezählt:

1. Träume, in denen man verfolgt wird

Erlebt man so einen Traum, ist es möglich, dass man sich vor einem wichtigen Gespräch fürchtet. Beispiele hierfür sind ernsthafte Gespräche mit dem Vorgesetzten oder dem Partner.

Das Gefühl, verfolgt oder gejagt zu werden, deutet darauf hin, dass man nicht dazu in der Lage ist, mit gewissen Situationen aus dem persönlichen Leben umzugehen.

2. Das Verpassen wichtiger Ereignisse

Verpasst man in seinem Traum ein wichtiges Ereignis wie beispielsweise seine eigene Hochzeit, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit ständigem Stress ausgesetzt und mit dem Alltag überfordert.

Weitere Gründe hierfür könnten sein, dass man sich selbst zu sehr unter Druck setzt oder die Angst davor, an sich gestellten Erwartungen nicht gerecht werden zu können.

3. Nacktheit in der Öffentlichkeit

Der Traum, plötzlich nackt in der Öffentlichkeit zu stehen, wird meist von Leuten geträumt, die sich zu viele Gedanken darüber machen, was andere von sie denken. Sie weisen meist auf ein geringes Selbstwertgefühl hin.


Albträume können dazu beitragen, bestimmte Stresssituationen mit klarerem Kopf zu bewältigen, indem sie – begleitet von realen Emotionen – im Traum bereits erfahren werden. Somit können sie einem zur Nutze sein. Wird man jedoch wie jeder zwanzigste Erwachsene in Deutschland regelmäßig davon geplagt, kann sich das im schlimmsten Falle negativ auf die Gesundheit auswirken. Glücklicherweise gibt es heutzutage verschiedenste Strategien, um mit seinen Albträumen umzugehen und sie mit psychotherapeutischer Hilfe endgültig aus seinem Leben zu verbannen.

Eine dieser Strategien ist beispielsweise die sogenannte „Imagery Rehearsal Therapy„, bei der der Albtraum zunächst umgeschrieben wird. Der Kern dieses Traumes wird dann in eine nicht mehr so bedrohliche Traumgeschichte umgewandelt und gezielt und wiederholt eingeprägt. Hat sich dies im Bewusstsein manifestiert, wird der Albtraum durch seine neu erfundene Geschichte überschrieben und schwindet.