4 untypische Tierarten dieser Welt

Das Tierreich hält einige Überraschungen bereit. Immer wieder hört man von Lebewesen, die sich deutlich von anderen Unterarten ihrer Familie unterscheiden. Und um genau solche Besonderheiten geht es in diesem Beitrag.

Säugetiere, die ihre Feinde vergiften können oder Reptilien, die aussehen wie Drachen – klingt weit hergeholt, ist aber tatsächlich Realität. Im Folgenden werden vier dieser wundersamen Tiere vorgestellt.

1. Der Gürtelschweif

Bildquelle: Foto via pixabay.

Beginnen wir mit dem Gürtelschweif. Das auffälligste Merkmal dieser Echse sind ihre dornigen Schuppen, wodurch ihr Aussehen an das eines Drachen erinnert. Die am häufigsten auftretenden Arten sind kleine Echsen mit einer Kopf-Rumpflänge von fünf bis sieben Zentimetern. Zu finden sind diese wundersamen Echsen überall in Trockengebieten im südlichen Afrika.

Andere Arten wie beispielsweise der Riesen-Gürtelschweif – wie auf dem Bild zu sehen – können sogar Längen von bis zu 40 Zentimetern erreichen. Für gewöhnlich lebt er in Kolonien, in der sich jedes Tier seinen eigenen Bau gräbt, der circa 40 Zentimeter in den Boden hinab reicht und nicht selten bis zu 180 Zentimeter lang wird. Nach der Geburt bewohnen die Jungtiere in der ersten Zeit den Bau der Mutter.

Gürtelschweife sind ovovivipare Tiere. Das bedeutet, dass die Eier, in der Jungtiere heran wachsen, zwar im Eierstock produziert werden, die Jungen jedoch noch bevor sie tatsächlich geboren werden, darin schlüpfen.

Die Gürtelschweife gehören zur Gattung der Smaugs, welche sich vor allem durch ihre robuste Panzerung und der unterirdischen Lebensweise auszeichnet. Der Name „Smaug“ kommt dabei nicht von ungefähr, sondern ist eine Anspielung auf den Drachen aus John R.R. Tolkiens Werk „Der Hobbit“ (1937), welcher ebenfalls stark gepanzert ist.

Insgesamt gibt es über 60 Arten von ihnen. Dabei ist der Panzergürtelschweif die Art mit den ausgeprägtesten Dornen. Bei Gefahr rollt er sich ähnlich wie ein Gürteltier zusammen und beißt sich in den Schwanz, um seinen weichen, ungepanzerten Bauch zu schützen.

2. Der Sägerochen

Bildquelle: Foto via unsplash

Der Sägerochen oder auch Sägefisch genannt sieht eher aus wie ein Hai, ist jedoch tatsächlich ein Rochen. Das liegt daran, dass Haie verwandt mit Rochen sind. Auch seine Schwimmweise erinnert an die eines Haies. Er ist meistens rund zweieinhalb Meter lang und vorwiegend im Ostatlantik sowie im westlichen Mittelmeer heimisch.

Er zeichnet sich durch sein langes Rostrum aus, welches meist ein Drittel so lang wie der Rest seines Körpers ist. Diese mit langen, spitzen Zähnen besetzte Säge dient der Nahrungssuche und wird zum Betäuben und Verletzen seiner Beute eingesetzt. Hauptsächlich besteht der Speiseplan des Sägerochens aus Fischen, jedoch weisen bestimmte Backenzähne im Kiefer – auch „Pflasterzähne“ genannt – darauf hin, dass er ebenfalls dazu in der Lage ist, Muscheln und andere hartschalige Krebstiere zu fressen.

Seine Geschlechtsreife erlangt der Sägerochen erst im Alter von zehn Jahren und hat dazu eine geringe Fortpflanzungsrate. Dies trägt zusammen mit dem weltweiten Fang der Sägefische dazu bei, dass die Bestandszahlen rapide zurückgehen.

3. Der Gangesgavial

Bildquelle: Foto via pixabay

Dieses im ersten Moment vielleicht merkwürdig aussehende Geschöpf ist stark gefährdet und gehört zu den seltensten Krokodilen der Welt. Sein Wohnraum begrenzt sich auf Südasien, in freier Wildbahn findet man sie nämlich ausschließlich in Indien und Nepal. 1975 gab es in Indien nur etwa 75 frei lebende Exemplare. Aufgrund dessen, dass man mit dem Züchten und Auswildern der Tiere begann, leben dort heute etwa 250 Gaviale.

Einer der Gründe für die Gefährdung ist, das in der Natur nur eines von 40 Jungtieren wegen Fressfeinden erwachsen werden kann. Auch das Jagen des letzten lebenden Vertreters seiner Art sowie das Zerstören seines natürlichen Habitats tragen zum Aussterben bei. Durch Flussbegradigungen und das Anlegen von Bewässerungssystemen muss es traurigerweise seinen Lebensraum einbüßen.

Sie erreichen höchstens eine Länge von fünf Metern – werden dabei jedoch nur bis zu 160 Kilogramm schwer. Somit sind sie um ein vielfaches leichter als der überwiegende Rest der Krokodil-Familienstammbaums.

4. Das Schnabeltier

Bildquelle: Foto via unsplash

Der Körperbau und der Schwanz eines Biebers, einen Schnabel, wie man ihn von Enten kennt und giftig wie Reptilien oder Insekten: Das Schnabeltier. Es zählt zu den Säugetieren, die Gift produzieren können – nur wenige Arten aus etwa drei verschiedenen Ordnungen sind bisher dafür bekannt, dazu in der Lage zu sein. Das wasserabweisende Fell und die Schwimmhäute an seinen Füßen machen es noch dazu zu einen wendigen und effektiven Schwimmer.

Seine Giftsporen befinden sich an seinen Hinterbeinen, das Gift wird aber nur während der Paarungszeit produziert. Wird man gestochen, bringt es einen zwar nicht um, man erleidet jedoch qualvolle Schmerzen, begleitet von Schwellungen. Diese sind meist nicht einmal mit Morphium zu lindern und dauern nicht selten über Monate hinweg an. Bereits zwölf bis 14 Tage nach der Befruchtung, die immer zwischen Juli und Oktober stattfindet, legt das Weibchen seine Eier in einen extra dafür angelegten Erdbau ab – übrigens ist es zusammen mit dem Ameisenigel das einzige Säugetier dieser Art, das Eier legt.

Bis zu 40 Zentimeter wird der Körper lang, der Schwanz erreicht bis zu 15 Zentimeter. Dabei wird es zwischen einen Pfund und zweieinhalb Kilogramm schwer. Sein Lebensraum beschränkt sich auf den Osten sowie den Südosten Australiens, wo es bevorzugt in sauberen fließenden, aber auch stehenden Gewässern lebt.


Die oben genannten Beispiele sind nur ein paar der Lebewesen mit verschiedensten Besonderheiten, die das Tierreich zu bieten hat. Nicht nur ihre Seltenheit, sondern auch ihre für deren Gattung teils untypischen Fähigkeiten und Eigenschaften machen jedes einzelne Exemplar auf seiner ganz eigenen Art und Weise einzigartig. Da man davon ausgeht, dass schätzungsweise noch rund 90 Prozent aller Arten auf der Erde unentdeckt sind, kann man darauf gespannt sein, was in der Zukunft noch alles an Überraschungen auf einen zu kommt!