Das Phänomen “The Lick” – Ein musikalischer Running Gag

Wem dieser Begriff fremd ist, wird zunächst vielleicht vermuten, dass es um Blasinstrumente geht. Wofür sonst sollte diese Bezeichnung stehen? Was es ist beziehungsweise wie es sich anhört, können vor allem viele MusikerInnen veranschaulichen. „The Lick“ ist kurz gesagt eine kleine Melodie, die keinen genauen Ursprung zu haben scheint und durch alle Genres hinweg gespielt wurde und wird. Doch was hat es damit genau auf sich? Eine Zusammenfassung.

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Ursprung

Wieso genau „The Lick“ nun „The Lick“ heißt, ist weitestgehend unbekannt – genau wie vieles andere was dieses Phänomen umgibt. Ob Reggea, Rock, Pop, Funk oder Jazz: nahezu alle Musikstile haben sich dieser kleinen Tonfolge bedient. Eine der ältesten musikalischen Werke in denen „The Lick“ zu hören ist: Stravinskys Feuervogel (1910). Doch über die Jahrzehnte haben Künstler wie John Coltrane, Carlos Santana oder Christina Aguilera Gebrauch von diesem unverwechselbaren musikalischen Einwurf gemacht.

Aus sieben Tönen bestehend ist „The Lick“ regelrecht zu einem Internetphänomen geworden. Es gibt Zusammenschnitte von Auftritten und Songs in denen der „Lick“ erklingt, Youtuber haben unter anderem fünfstündige Videos gemacht, in denen sie nur diese eine Melodie spielen. Bei der Veröffentlichung neuer Songs wird vielleicht der ein oder andere schon einmal über einen Kommentar gestoßen sein, in dem eine Stelle markiert ist. Den „Lick“ rauszuhören ist für viele ein Spaß und wird belächelt. Der Wiedererkennungswert ist unvergleichlich.

Wer selbst schon einmal den „Lick“ gehört hat, weiß Bescheid. Wenn ein Musiker/eine Musikerin ihn in einem Solo einbaut, können nur manche sich plötzlich auftretendes Schmunzeln oder gar Gelächter erklären. Denn „The Lick“ ist vergleichbar mit einem „Running Gag“.

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Eine vielfach gespielte Melodie

Schon etliche Male tauchte die Tonfolge in den Unwahrscheinlichsten musikalischen Werken auf. Nicht nur die enorme Bandbreite an Genres, in denen die Tonfolge vorkommt, ist erstaunlich. Auch alltägliche Dinge wie Filmmusik (Der Herr der Ringe) oder Soundtracks von Videospielen (Halo 2) haben den „Lick“ eingebaut. Doch wie kann das sein? Was ist so besonders daran? Dafür gibt es in der Musikwelt keine wirkliche Erklärung und vielleicht ist es gerade deshalb so ein oft verwendeter musikalischer Einwurf.

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The Lick im Jazz

Aufgrund der Tatsache, dass der „Lick“ vor allem in Jazz-Clubs und Jazz-affinen Werken ertönt, hat er in der Szene auch die Bezeichnung „the most Jazz cliché ever“. Deshalb bezeichnen einige ihn auch als „The Jazz Lick“. Wer sich jetzt fragt, wie dieser beliebte „Lick“ nun klingt, kann einen Blick auf das Video werfen.

Finden wird der/- oder diejenige eine regelrechte Internetkultur, die sich mit dem musikalischen „Running Gag“ befasst. Vielleicht erkennst du ihn wenn du das nächste Mal Musik hörst und musst schmunzeln.