4 ungewöhnliche Tiere in Afrika

So einschüchternd die Vorstellung der sengenden, oft lebensfeindlich wirkenden Hitze der Mittagssonne in den Steppen und Buschländern Afrikas zu sein scheint, bieten sie dennoch Lebensraum für eine riesige Tier- und Artenvielfalt. Einige dieser ohnehin schon seltenen Tiere sind aufgrund von Wilderei und dem Schwarzmarkt des illegalen Tierhandels noch mehr vom Aussterben bedroht.

Im folgenden Beitrag verschaffen wir uns einen Eindruck über die außergewöhnlichen und spektakulären Raritäten des afrikanischen Tierreichs.

1. Riesenschuppentier (Pangolin)

Bildquelle: Foto via pixabay

Das afrikanische Riesenschuppentier (auch Pangolin genannt) ist das einzige Säugetier, welches mit Schuppen ausgestattet ist. Es kann bei einer Körperlänge von bis zu 79 Zentimetern bis zu 33 Kilogramm schwer werden. Vorwiegend werden von dem Pangolin pflanzenbewachsene Landschaften wie Wälder und Buschland als Ort für den Bau seines Unterschlupfes bevorzugt, jedoch bewohnt es nicht selten auch trockenere Gegenden wie Savannen.

Im Regelfall verlässt das Riesenschuppentier in der Nacht seine Behausung und begibt sich auf Futtersuche. Mit seinen robusten drei Klauen an seinen Vorderbeinen, die von zwei weiteren klauenlosen Zehen begleitet werden, bricht es Termitenhöhlen auf, um dessen Bewohner mit seiner klebrigen, bis zu 70 Zentimeter langen Zunge, herauszusaugen und zu essen. Diese Zunge ist außerdem der Grund dafür, dass sie keine Zähne oder ausgeprägten Kauwerkzeuge besitzen.

Seinen Schuppen werden oftmals heilende Wirkungen bei beispielsweise Menstruationsbeschwerden sowie Kopfschmerzen nachgesagt, weshalb diese friedlebende Spezies mittlerweile zum weltweit meistgehandelten Säugetier wurde. Dass die Schuppen lediglich aus nichts anderem als Keratin bestehen – das gleiche Protein, was Bestandteil eines menschlichen Fingernagels ist – ist den Wilderern jedoch leider nicht bewusst. Doch auch sein Fleisch ist bei vielen sehr begehrt, was die Tiere auf dem Schwarzmarkt äußerst wertvoll macht. Über 100.000 von ihnen fallen dem illegalen Tierhandel jährlich zum Opfer.

2. Wüsten-Hornviper

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Wüsten-Hornvipern sind sich seitlich fortbewegende Giftschlangen und zählen zu der Familie der Vipern. Sie kommen im gesamten nordafrikanischen Wüstengebiet vor. Mit einer maximalen Länge von 90 Zentimetern gehört sie jedoch noch zu den kleineren Vipernarten.

Durch ihre sandfarbene Färbung ist die Wüsten-Hornviper besonders gut getarnt in der Wüste, was durch die einzelnen dunkleren Flecken verstärkt wird. Über den Augen besitzt sie zwei aus einer einteiligen Schuppe bestehenden Hörnchen, die ihre Seeorgane vor Sand schützen.

Die Wüsten-Hornviper ist überwiegend nachtaktiv und versteckt sich am Tag unter Steinen, in verlassenen Bauten von Nagern oder vergräbt sich öfters auch im Sand. Dies tut sie auch, wenn sie auf Beutesuche ist: Sie ist ein Lauerjäger und wartet auf die Annäherung ihrer Beute, indem sie ihre Schwanzspitze aus dem Sand steckt und sie hin und her bewegt. Dadurch werden Vögel oder kleinere Echsen neugierig und bewegen sich auf sie zu. Mit einem blitzschnellen, präzisen Blitz tötet sie ihren Fang und verschlingt sie als Ganzes. Gelegentlich kommt es aber auch vor, dass sie sich aktiv auf die Suche begibt, um sich dann in niedrigen Büschen an schlafenden Vögeln heran zu machen.

Da sich die Wasserbeschaffung in der Wüste für viele Lebewesen als schwierig erweist, hat auch sie eine Technik entwickelt, um nicht zu verdursten: durch ihre stark gekielten Schuppen bildet sich zwischen ihnen Morgentau, der in der Morgendämmerung aus dem Dunst der Luft gewonnen wird. Das Wasser fließt dann zum Maul, wodurch sie trinken kann.

3. Okapi

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Der Körper eines Pferdes, gestreifte Beine wie man sie bei einem Zebra kennt und ein Kopf, der dem einer Giraffe gleicht: Das Okapi. Bevor es im späten 19. Jahrhundert entdeckt wurde, nannte man dieses Säugetier „afrikanisches Einhorn“, denn es existierte in den Köpfen der Menschen zu dieser Zeit lediglich als Mythos. Heute weiß man, dass es zur Gattung der giraffenartigen Paarhufer gehört.

Die Regenwälder im Kongo in Zentralafrika sind die einzigen Orte, an denen es anzutreffen ist. Viel weiß man über die Huftiere deshalb noch nicht. Auf ihrem Speiseplan stehen hauptsächlich Blätter und Knospen, die er mit seiner rund 25 Zentimeter langen Zunge von Ästen abreißt. Bei einer Schulterhöhe von 150 Zentimetern wird es bis zu zweieinhalb Meter lang und wiegt durchschnittlich 250 Kilogramm.

Sie sind am Tag aktiv und streifen meist allein durch die Wälder. Selten trifft man sie als Paare, noch ungewöhnlicher ist es, sie in Gruppen zu beobachten. Seine Ruflaute sind für das menschliche Ohr nicht hörbar. Sie erreichen eine Tiefe von 14 Hertz, das Gehör eines Menschen erfasst jedoch erst Geräusche über 20 Hertz.

In freier Wildbahn wird das Alter eines Okapis auf 15 bis 20 Jahre geschätzt. Etwa 30 Minuten nach seiner Geburt ist es in der Lage, auf seinen Beinen zu stehen. Die Mutter versteckt das Junge jedoch die ersten Woche im Wald, damit es ohne Risiken heranwachen kann. Zwischen zwei und drei Jahren ist es dann ausgewachsen.

4. Graufischer

Bildquelle: Foto via unsplash

Der Graufischer ist ein kleiner, bis zu 25 Zentimeter langer Eisvogel und hält sich südlich der Sahara sowie entlang des Nils auf, um auf Futtersuche zu gehen. Dabei ist seine Fangmethode einzigartig: er schwebt stundenlang beinahe regungslos über die Flüsse und hält Ausschau nach dem nächsten Fisch, den er dann per Sturzflug unter der Oberfläche fängt. Dieser Vorgang des Fangs selbst dauert nur wenige Sekunden.

Unter den Eisvögeln ist er der einzige, der seine Beute auch im Flug verspeisen kann. Bei größerer Beute bevorzugt er es aber, sie beim Sitzen zu vertilgen. Bis zu einem Viertel seines gesamten Körpergewichts schafft der Vogel, täglich an Nahrung aufzunehmen.

Männchen und Weibchen des Graufischers sehen optisch fast identisch aus. Die Streifenanzahl auf der Brust der Vögel ist das einzige Merkmal, wodurch man sie unterscheiden kann: Das Männchen besitzt zwei schwarze Streifen, das Weibchen nur einen.

Eine Höhle, die er aus Fischknochen und -schuppen errichtet und in einer Sandbank platziert, dient ihm als Nest. Dabei wird das Paar von bis zu vier weiteren Artgenossen unterstützt. Nach der Brut trennt sich das Paar und die Jungvögel werden meist von weiteren männlichen Vögeln mit aufgezogen, um die Art zu erhalten.



Auch wenn die Überlebensbedingungen des afrikanischen Kontinents sehr hartnäckig und anstrengend erscheinen, finden sich doch die meisten Arten und Spezies gut damit zurecht, dort zu verweilen. Sie sind auf die Anpassung an extremen Wetterverhältnissen spezialisiert und jedes einzelne hat dabei seine ganz eigene Taktik, damit umzugehen. Doch dies sind nur einige wenige Besonderheiten, die dieser zu Kontinent bieten hat!