Die Entwicklung der Architektur: 4 Kulturen im Vergleich

Die Architektur entwickelt sich bereits seit Jahrtausenden. Egal ob simpel und minimalistisch, ausgefallen oder ausschließlich dem Zweck dienend: So wie sich die Gewohnheiten und Lebensweisen der Menschen verändern, so entwickelt sich auch die Bauweise der Gebäude und Eigenheime.

Als die Menschheit anfing sich innerhalb der Gesellschaften zu einer Hochkultur zu entwickeln, begann gleichermaßen der Wandel der Architektur – von einfachen, zweckmäßigen aus größtenteils Tierhäuten, Stroh und Holz bestehenden Behausungen zu Massivbauten aus Lehmziegeln oder verschiedenste Arten von Gestein. Der Stil der Bauwerke variierte dabei nicht nur im Laufe der Zeit, sondern auch von Nation zu Nation. Im Folgenden werden die Bauweisen von vier verschiedenen Kulturen aus unterschiedlichen Zeitaltern vorgestellt.

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I: Altes Ägypten – 3.400 bis 1.550 v. Chr.

Funde von ersten Behausungen der Bürger aus dem alten Ägypten deuten auf eine simple und recht unsichere Bautechnik hin. So wurden die ersten Hütten, die man auf der Flussinsel „Elephantine“ fand, für gewöhnlich in Felsmulden errichtet. Die Wände der Hütten bestanden hauptsächlich aus verschiedenen Tierhäuten. Gestützt wurden diese von einfachen Holzpfosten. Um 3.200 v. Chr. herum fingen die Menschen dann an, massive Bauwerke aus Lehmziegeln zu erschaffen, die zunächst nur an besonders wichtigen Orten in gut bebauten Umgebungen ihren Platz fanden.

Ab 3.000 v. Chr. begann dann das Zeitalter der Städteplanung. Für das Errichten von Siedlungen wurden flache Hügelkuppen auf dem Fruchtland ausgewählt. Die günstige Lage ermöglichte es ihnen, die Ressourcen für den Städtebau aus der Umgebung zu beziehen. Die ersten Lehmhäuser waren meist weiß bemalte, rechteckige Häuser, die meistens aus maximal zwei Stockwerken bestanden. Die weiße Farbe diente dem Reflektieren der sengenden Wüstensonne.

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II: Shang-Dynastie (chinesisches Altertum) – 1570 bis 1066 v. Chr.

In Zeiten der Shang-Dynastie wurden für den Bau von Unterkünften zwei grundlegende Regeln befolgt:

  1. Die Häuser wurden länglich und niedrig erbaut. Kamine wurden dabei nicht von Wänden, sondern von Säulen gehalten.
  2. Beide Seiten der Behausung waren sowohl äußerlich, als auch bei der Struktur nahezu identisch. Diese strenge Symmetrie führt auf die Vorgaben des Taoismus (chinesische Philosophie und Weltanschauung) zurück.

Wie auch beim heutigen Erbauen eines traditionellen Gebäudes wurden die Dächer der Häuser rund sowie rotfarbig gehalten. Die Ziegel waren und sind meist ebenfalls abgerundet. Auch die aufwendig verzierten, oft mit Schriftzügen gravierten Säulen waren schon in frühen Jahren keine Seltenheit.

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III: Die Maya (späte Klassik) – 600 bis 900 n. Chr.

In der späten Klassik lebten die Maya aufgeteilt in mehreren Stadtstaaten, die jeweils von einem eigenen Herrscher regiert wurden. Einzelne Städte boten Platz für etwa 10.000 Einwohner. Die Könige bewohnten Steinpaläste, die meist im Stadtzentrum erbaut wurden, einzelne Familien hausten in aus Holzpfählen und Stroh bestehenden Hütten. Da viele der Häuser auf engem Raum verteilt waren, ist anzunehmen, dass Großfamilien oftmals in der selben Region lebten.

Die wichtigsten Tempel standen auf teilweise bis zu 60 Meter hohen Maya-Steinpyramiden. Diese heiligen Stätten wurden meist durch einen Dachkamm noch weiter erhöht.

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IV: Altes Griechenland – 1.500 bis 150 v. Chr.

Während dem Zeitalter des antiken Griechenlands lebten die Einwohner in größtenteils aus Lehm und Holz bestehenden Wohnbauten. Die Lehmziegel hat man dabei verlegt und mit Holzstützen befestigt. Für öffentliche Gebäude verwendete man Stein wie Marmor als Grundbaustoff, der überall auf dem griechischen Festland vorkam.

Die allseits bekannten Tempel der Griechen dienten der Aufnahme von Weihgeschenken und erreichten ohne Dach nicht selten eine Höhe von 20 Metern. Das Fundament waren die Stufen, worauf die Säulen gesetzt wurden, die das Gebälk stützten. Platziert wurden die Gaben der Menschen auf einen Altar, welcher in jedem Tempel vorzufinden war.



Mit dem Beginn der Entwicklung zu einer Zivilisation wurden die Bauwerke der damaligen Menschen immer aufwendiger. Zu Ehren verschiedenster Gottheiten wurden über Jahre hinweg massive Bauwerke geschaffen und Staatsoberhäupter durften sich an riesigen Palästen erfreuen. Die Fassaden der Gebäude wurden meist händisch mit aufwendigen und kunstvollen Formen oder Schriftzügen verziert. Heutzutage wird beim Bauen eines Gebäudes häufig auf Minimalismus gesetzt. Sehr verbreitet sind zum Beispiel ganze Glasfronten an einer Seite eines Gebäudes, Konturen und Meißelungen sind bei neu errichteten Bauten zur Seltenheit geworden.