5 interessante Fakten über deine Haut

Die Haut: sie ist der Teil deiner Selbst, der dich in dieser Welt physisch materiell und real macht. So selbstverständlich wie dies auch für uns zu sein scheint, stellen wir uns doch recht selten die Frage, wie unsere „schützende Hülle“ eigentlich genau funktioniert.

Die Haut ist das Hüllorgan, welches dein Inneres vor jeglichen Umwelteinflüssen bewahrt und zudem für die Wärmeregulation und die wesentlichen Funktionen deines Stoffwechsels zuständig ist. Und es gibt noch zahlreiche weitere interessante Funktionen und Fakten über die Haut, die im Folgenden weiter erläutert werden.

Bildquelle: Foto via pexels.

1. Lebensraum für Mikroben

Auf deiner Haut finden sich viele Kleinstlebewesen wie beispielsweise Bakterien, Pilze und Milben wieder. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Krankheitserreger abzuwehren oder die Haut im Gleichgewicht zu halten, indem sie sie zum Beispiel zusammen mit einem Sekret aus Talg- und Schweißdrüsen feucht halten. Wird diese Balance gestört, führt dies häufig zu Hautreizungen, das sich beispielsweise als Jucken bemerkbar macht, oder einem Spannungsgefühl.

Um diese natürliche Feuchte aufrecht zu erhalten, benötigt die Haut normalerweise keine Hilfsmittel. Allerdings können übermäßiges Sonnenbaden oder trockene Luft (vorallem im Winter und in geheizten Räumen) zu einem Verlust der Feuchtigkeit führen.

Ein Organismus, der auf der zum natürlichen Gleichgewicht der Haut beiträgt, ist die Haarbalgmilbe. Sie ist vor allem auf der Kopfhaut und der Stirn zu finden und frisst Bakterien, Fett, Crèmereste und sogar Schminke – eben all die unnatürlichen Stoffe, die dort eigentlich nicht hingehören – was wiederum das Haut-Gleichgewicht ausgleicht.

Bildquelle: Foto via Pexels.

2. Die Oberfläche

Auf der Oberfläche deiner Haut befinden sich Millionen von verschiedenen Zellen und Drüsen, die sich bei einem durchschnittlichen Erwachsenen auf insgesamt etwa zwei Quadratmetern breit machen. Damit ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers und macht rund 15 Prozent deines gesamten Körpergewichts aus. Täglich verliert die Haut bis zu 2 Gramm Hautschuppen. Das macht im Monat rund 60 Gramm und im Jahr sogar 21.900 Gramm – also fast 22 Kilogramm! Zudem erneuert sie sich circa alle 28 Tage, wobei dieser „Häutungsvorgang“ mit dem bloßen Auge aber nicht wahrnehmbar ist.

Ein einziger Quadratzentimeter der Hautoberfläche schafft dabei Platz für fast 150.000 Pigmentzellen, 5.000 Sinneszellen, 100 Schweißdrüsen, 15 Talgdrüsen, fünf Haare, vier Meter Nervenbahnen und einem Meter Blutgefäße.

Ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Haut spielen die Schweißdrüsen. Von ihnen gibt es zwei unterschiedliche Typen:

  1. Die aprokrinen Schweißdrüsen
    Die aprokrinen Schweißdrüsen befinden sich vor allem an den Achseln, um die Brustwarzen und dem Genitalbereich herum. Sie sondern den ganzen Tag Schweiß in kleinen Mengen unter Einfluss von Adrenalin ab.
  2. Die ekkrinen Schweißdrüsen
    Die ekkrinen Schweißdrüsen hingegen kümmern sich durch Ausscheidung von Schweiß bei Überhitzung hauptsächlich um die Regulation deiner Körpertemperatur.

Dass du Kälte beziehungsweise dass du Wärme empfindest, liegt an den Thermorezeptoren in deiner Haut. Insgesamt besitzt du etwa 300.000 Kälte- und ungefähr 30.000 Wärmerezeptoren. Dabei gilt generell: Kälte ist für den Menschen weitaus gefährlicher als Wärme, weshalb die Zahl der Kältesensoren überwiegt. Dadurch können neue Informationen, die auf eine mögliche Gefahr hindeuten, schneller verarbeitet werden.

Bildquelle: Foto via pexels.

3. Schichten der Haut

Deine Haut ist in insgesamt drei übereinander liegenden Schichten unterteilt, die jeweils ihre eigenen Funktionen und Eigenschaften besitzen.

1. Die Oberhaut
Die Oberhaut – auch „Epidermis“ genannt – ist die äußere Schicht, die sich wiederum wieder aus mehreren ineinandergreifenden Schichten zusammensetzt. Sie ist der Teil deiner Haut, der sich bei dem durchschnittlich 28-tägigen Häutungsprozess regelmäßig erneuert. Mit dem Alter nimmt die Dauer dieses Prozesses jedoch nach und nach zu.

2. Die Lederhaut
Die mittlere Schicht nennt sich „Lederhaut“, auch bekannt als „Dermis“. Sie bestimmt die Reißfestigkeit deiner Haut. Zudem ist die Dermis der Teil, in dem sich mit der Zeit Altersfalten bilden. Sie besteht aus einem faserigen, hauptsächlich kollagenhaltigen Netzwerk. Kollagen ist das Protein, das deiner Haut die Spannkraft verleiht und kommt hauptsächlich sonst in Zähnen, Sehnen, Knorpeln, Knochen und Bändern vor. Die Produktionsgeschwindigkeit dieses Eiweißes nimmt mit zunehmenden Alter ab, was wiederum zu Altersfalten führt.

3. Die Unterhaut
Die äußerst dehnbare Unterhaut – auch „Subkutis“ genannt – ist ein Gebilde aus überwiegend lockerem Bindegewebe, das direkt an deinen Knochen und Muskeln befestigt ist. Sie ist die Lage der Haut, in der sich die Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen, Nerven sowie Lymph- und Blutgefäße befinden. Außerdem entstehen in diesem Segment auch die Haarwurzeln. Das gesamte Gewebe wird über die Unterhaut mit Nährstoffen versorgt.

Bildquelle: Foto via pexels.

4. Hautmerkmale innerer Krankheiten

Bei einigen Krankheiten kann dir deine Haut als Warnhinweis dienen, indem sie eine bestimme Farbtönung annimmt, die dann von deinem Arzt untersucht und gedeutet werden kann. Hier ein paar Beispiele:

  • Anämie (Blutarmut)
    Eine Anämie – eine „Blutarmut“ – bewirkt, dass die Haut verblasst und ihre natürliche Färbung allmählich nachlässt. Dies geschieht, weil die Produktion des Proteins Hämoglobin, welches für die Versorgung des gesamten Gewebes und aller Organe mit Sauerstoff zuständig ist, abnimmt. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Proteins ist Eisen. Das Eisen ist für die Farbgebung des Blutes veranwortlich. Bei einer Anämie ist es demnach der Fall, dass der Sauerstofftransport verlangsamt wird beziehungsweise nicht mehr optimal ablaufen kann. Dadurch, dass somit weniger Eisen in deinem Blut hergestellt wird, wirkt deine Haut blass.
  • Blaue Hautverfärbungen
    Blaue Verfärbungen der Haut können auf unterschiedliche Aspekte hinweisen, die meist aber eher harmlos sind. So wird deine Haut beispielsweise blau, wenn sie kalter Luft zu lange ausgesetzt ist. Diese Verfärbung geht durch Wärmeeinwirkung jedoch meist weitgehend wieder zurück. Bleibt diese Blauverfärbung jedoch bestehen, könnte dies auf eine Zyanose hindeuten. Der Auslöser für eine Zyanose ist ebenfalls die Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff. Dazu kann unter anderem bereits eine zu geringe Sauerstoffkonzentration in der Atemluft führen, aber auch Herzfehler können Schuld daran haben.
  • Gelbsucht
    Bei einer Gelbfärbung der Haut spricht man vom Ikterus, besser bekannt als Gelbsucht. Sie äußert sich meist anfangs in der Sklera, der äußeren Hautschicht des Augapfels. Die häufigsten Ursachen dafür sind Leberentzündungen (auch Hepatitis genannt). Diese können durch Viren wie dem Hepatitis B-Virus, durch bestimmte Medikamente oder auch durch Alkohol hervorgerufen werden.
Bildquelle: Foto via pexels.

5. Unterschiedliche Arten von Hautmalen

Auch dir dürften diese bräunlichen, in verschiedenen Größen auftretenden Flecken bekannt sein. Die meisten nennen sie „Muttermale“ oder „Leberflecken“, und fast jeder Mensch kann sie auch auf seiner eigenen Haut betrachten. Die einen empfinden sie als Schönheitsideal, andere hingegen verspüren eher eine gewisse Abneigung gegen sie. Es gibt aber auch andere Arten von Flecken, die vielleicht nicht ganz so bekannt sind.

1. Leberflecken und Muttermale

Die am häufigsten auftretenden Hautmale sind Leberflecken und Muttermale. Sie sind gutartige Wucherungen der Nävuszellen, die den Pigmentzellen der Haut sehr ähnlich sind. Sowohl Leberflecken als auch Muttermale enthalten ebenfalls den Hautfarbstoff Melanin, dessen Anteil in der Haut bei dunkelhäutigen Menschen höher ist. Rund fünf Prozent dieser Art von Hautflecken sind angeboren und werden als Muttermale bezeichnet. Bei Malen, die sich im Laufe der Jahre durch äußerliche Einflüsse wie die UV-Strahlung oder durch pubertäts- sowie schwangerschaftsbedingte Hormonschwankungen entwickeln, spricht man von Leberflecken.

2. Sommersprossen

Sommersprossen kommen vor allem bei vermehrter Sonneneinstrahlung zum Vorschein. Sie zeigen sich meist als dunkelorangefarbige Flecken im Gesicht rund um die Nase und die Wangen. Der Grund: Werden deine Pigmentzellen (Melanozyten) der Sonne ausgesetzt, setzen sie Melanin frei, das deine Haut gleichmäßig braun färbt. Besitzt du jedoch Sommersprossen, wird das Melanin nicht regelmäßig verteilt, wodurch diese kleinen Flecken, die man auch als Epheliden bezeichnet, sichtbar werden.

Der Hintergrund, warum manche Menschen Sommersprossen haben und andere nicht, ist eine Variation auf dem Chromosom 16. Diese bewirkt, dass vorwiegend das Pigment Phäomelanin statt Eumelanin in der Haut dominiert. Dies führt zu einer empfindlicheren hellen Haut und neigt deshalb bei übermäßiger Sonneneinwirkung vermehrt zu Sonnenbrand und Sommersprossenbildung. Circa ein Prozent der Neandertaler in Europa besaßen schon damals ebenfalls diese Variation des Chromosoms. Man geht davon aus, dass dies durch Kreuzungen zwischen Neandertalern und Homo sapiens vor ungefähr 40.000 Jahren erstmals auf den modernen Menschen übergegangen ist.

3. Mongolenflecken

Diese harmlosen, häufig bei Asiaten auftretenden graublauen Flecken auf der Haut sind angeboren und verschwinden im Laufe des Lebens meist wieder. Seltener bilden sie sich in den ersten Lebenswochen und sind oftmals bei Jungen zu beobachten. Du findest sie meist über dem Kreuzbein, aber auch in der Gesäß- und Lendenregion.

Sie werden ca. 5 bis 10 Zentimeter groß und haben in den meisten Fällen keine größere Bedeutung. Eine Therapie ist somit nicht notwendig. Jedoch gibt es vereinzelte Ausnahmefälle, bei denen diese blauen Flecken ebenfalls auftreten. Zum Beispiel können sie Anzeichen für Speicherkrankheiten wie das Hurler-Syndrom sein, bei dem Betroffene in den ersten 6 bis 8 Monaten nach der Geburt Skelettdeformitäten und eine verzögerte intellektuelle und motorische Entwicklung aufweisen. Dies wird jedoch frühzeitig vom Arzt erkannt.



Deine Haut ist ein faszinierendes Organ, das dich vor zahlreichen Einflüssen schützt. Sie gibt dir Signale zur Beibehaltung deines Wohlbefindens, warnt dich vor bestimmten Krankheiten und bietet sogar Platz für Mikroben, die diese parallel permanent rein halten. Deshalb empfiehlt es sich, sie sorgfältig zu schonen, damit sie diese Aufgaben auch weiterhin für dich und deinen Körper problemlos erledigen kann. Vielleicht verstehst du deine Haut nun auch etwas besser und achtest mehr auf sie. Profitieren wirst du davon also in jedem Fall!