Mastering Guide

Das Mastering ist der letzte Schritt der Musikproduktion und beschreibt den Vorgang einen Mix auf die Verbreitung auf Plattformen vorzubereiten. Beim Mastering geht es darum, die Musik auf allen Plattformen (Apple Music, Spotify, etc.) und auf möglichst allen Endgeräten optimal klingen zu lassen und die wahrgenommene Lautstärke zu erhöhen. Hierzu bedient sich das Mastering verschiedener Verfahren, wie beispielsweise dem Equalizer, dem Kompressor oder dem Limiter.

Die Schwierigkeit des Masterings liegt darin, objektiv an den Mix heranzugehen. Aus dieser Schwierigkeit heraus, entstand über die Jahre ein ganzer Berufszweig, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich ausschließlich auf das Mastern von Liedern zu spezialisieren und als Dienstleistung anzubieten. LANDR und Aria Mastering arbeiten bereits mit künstlicher Intelligenz und Algorithmen daran, ihre Mastering Verfahren zu verbessern und sie gleichzeitig kostengünstig für jeden anzubieten.

Für einen anstrebenden Produzenten ist es jedoch unabdingbar, das Mastering in seinen Grundzügen zu lernen und anzuwenden.
Für die anstrebenden Produzenten haben wir also eine kleine Mastering Guide erstellt, an der man sich orientieren und seine Lieder abarbeiten kann.

1. Beende den Mix

Das Mastering beschäftigt sich nicht mehr damit, weitere Elemente in ein Lied einzubauen. Sobald man also mit dem Mastern anfängt, sollte der komplette Mix fertig sein. Ganz wichtig ist darauf zu achten, dass man an der lautesteten Stelle im Lied immer noch einen Spielraum von -4db bis -6db hat.

2. Bounce den Track

Bounce den Stereo Track und achte bei den Projekteinstellungen darauf, dass die Auflösung bei 24bit liegt, Normalisierung & Dithering ausgeschaltet sind und als Dateiformat .wav, .aiff, .caf ausgewählt ist.

3. Mach´ eine Pause

Wie bereits erwähnt, geht es beim Mastern darum, objektiv an einen Mix heranzugehen. Es werden nur sehr kleine und feine Veränderungen der Elemente vorgenommen, daher sollte man sich mindestens einen Tag nach Beendigung des Mixings Zeit geben, um mit einem frischen Verstand und frischen Ohren das Mastering anzutreten.

4. Analyse

Erstelle ein neues Projekt, importiere den Mix und dann ein Referenzlied, welches deinem Lied von den instrumentalischen Aspekten her ähnelt. Referenzlieder dienen dazu seinen Mix mit Industriestandards direkt zu vergleichen und Schwächen zu analysieren.

5. Kompressoren

Nun fängt das Mastern erst wirklich an. Um dafür zu sorgen, dass die Elemente eines Liedes sich so anfühlen als würden sie zusammenkleben, benutze zuerst einen Kompressor. Achtung: Der Effekt wird nun natürlich auf den kompletten Mix angewendet, wodurch bereits kleinste Veränderungen größere Effekte haben können. Die Gain Reduction sollte also niemals höher als 3dB sein. Bei der Ein- und Ausschaltzeit (Attack; Release) hängt es sehr vom Lied ab. Für die Attack sollte man mit 10ms und beim Release mit 150ms anfangen und dann entsprechend optimieren.
Als zusätzliches Werkzeug kann man dann einen Multiband-Kompressor verwenden. Dieser verarbeitet in Gegensatz zu normalen Kompressoren nicht den kompletten Mix als Ganzes, sondern teilt diesen in die verschiedenen Frequenzbereiche auf. So hat man die Möglichkeit schwächere Frequenzbereiche einzeln zu kompressieren.

6. Equalizer

Nun kommt man zum Equalizer. Den Equalizer sollte man beim Mastering mit äußerster Vorsicht genießen, da sich gleich mehrere Instrumente in einem Frequenzbereich ansammeln. Man sollte daher bei der Korrektur der Frequenzbereiche nicht mehr als 3dB verstärken oder abschwächen.

7. Verfeinerung

Mit dem Kompressor und dem EQ sollte man bereits ein sehr ausgeglichenes Lied haben. Der nächste Schritt ist optional und dient lediglich dazu kleine Verbesserung an der Lied vorzunehmen. Hier bedient man sich Werkzeugen wie der Saturation, um ein volleres und präsenter klingendes Tonbild zu schaffen.

8. Limiter

Jetzt geht es darum, das Lied auf die maximale Lautstärke zu bringen. Dabei geht es insbesondere um die wahrgenommene Lautstärke. Der Limiter verhindert, dass Peaks in der Lautstärke nicht über 0dB hinausgehen, ohne dabei starke Störungen zu zu produzieren. (Brickwall Limiting) Der Limiter ist damit essenziell, um die Lautstärke auf Industriestandard zu anzuheben. Das Output Level sollte beim Limiter zwischen -0,3dB und -1dB eingestellt werden. Als Nächstes dreht man Gain hoch bis auf maximal 8dBs. (eher 3dBs – 5dBs) Der Gain sorgt dafür die Lautstärke des Liedes zu erhöhen, während das Brickwall Limiting dafür sorgt, dass die wahrgenommene Lautstärke erhöht wird.

9. Finale Analyse

In der finalen Analyse geht es darum, das gemasterte Lied auch mit Hilfe des Referenzliedes noch einmal zu analysieren. Es wird ebenfalls durch einen Lautstärke-Messer festgestellt, welche LUFS Lautstärke das Lied erreicht. LUFS ist eine weitere Einheit für die absolute Lautstärke, an die sich die Musikplattformen richten.

10. Bounce it

Das Mastering ist fertig. Nun wird das Lied in die für die Plattformen relevanten Dateiformate exportiert. Es sollten dabei ein möglichst verlustfreies Dateiformat (.wav, .aiff, .caf) und .mp3 gewählt und mit 16 bits bei 44.1kHz exportiert werden. Das sind die Industriestandards. Wichtig dabei ist das Dithering anzuwenden. Dithering hilft, beim bouncen in einer anderen Auflösung, Störungen zu vermeiden. Beim Dithering empfehlen wir die pow-r 2-Einstellung.